Sonntag, 31. Mai 2015

Horst Heldt: Die Analyse, ein kleiner Mann ganz Groß

Horst Heldt - Die Analyse
======================

Transfers
========

11/12
-----

Zugänge:

Christian Fuchs (3,8)
Marco Höger (1,5)
Teemu Pukki (1,5)
Obasi (Leihe, 0,5)
Ralf Fährmann (0,0)
Ciprian Marica (0,0)
Timo Hildebrand (0,0)

Abgänge:

Manuel Neuer (30,0)
viele Magatheinkäufe

Trainer:

Start mit Ralf Rangnick, dann übernahm Huub Stevens nach Ralfs Erkrankung.

Bewertung:

Horst Heldts erste Transferperiode war sehr undankbar für einen Manager. Er hatte kein Geld zur Verfügung um die zahlreichen Wünsche Ralf Rangnicks bedienen zu können. Dieser wollte sogar notfalls Huntelaar loswerden um sich einen Wunschstürmer (Cissé glaube ich) holen zu können. Zudem war der Kader völlig aufgebläht. Auf der Abgangseite schaffte es Heldt zumindest einige Spiele von der Gehaltsliste zu bekommen indem er sie verlieh. Bei den Verhandlungen mit den Bayern um Manuel Neuer handelte er dagegen Modalitäten heraus die sich im Nachhinein als äußerst lukrativ herausstellten. Öffentlichkeitswirksam wollten die Bayern auf jeden fall weniger als 20 Millionen bezahlen, so konnte Heldt die erfolgsabhängige Ablöse enorm hochschrauben und Schalke verdiente 30 Millionen (oder mehr) an Ablöse für einen Spieler mit nur noch einem Jahr Vertrag.

Die beiden Verpflichtungen von Fuchs und Höger schlugen dafür richtig gut ein. Fuchs spielte 11/12 direkt seine beste Runde bei uns, war einer der gefährlichsten Außenverteidiger der Liga und schaffte es zurecht in die kicker-Rangliste. Höger spielte den berühmten 12. Mann ebenfalls sehr gut. Pukki dagegen war ein schlechter Transfer, zwar enorm stark im Konterspiel, aber Schalke ließ selbst in den größten Kontersituationen doch lieber den Hunter auf dem Feld. Gut auch die Entscheidung auf Fährmann als Rückkehrer zu setzen und keine 10 Millionen für einen Ersatzmann (Trapp war im Gespräch) auszugeben als sich die Vereine schon aufgrund der Neuer-Millionen die Finger leckten. Marica und Hildebrand kamen als Notnägel für kleines Geld und waren in Anbetracht der Umstände jeweils die richtigen Transfers. Zunächst Obasi auszuleihen um in den Vertragsverhandlungen nicht vollends von Farfan abhängig zu sein war ebenfalls ein kluger Schachzug, katastrophal jedoch offenbar die Bewertung was seine Fitness und den Krankenstand angeht. Man hätte Obasi niemals fest verpflichten dürfen, für mich ein ganz ganz dickes Minus für Heldt (und alle die da sonst beteiligt waren also Huub Stevens und medizinische Abteilung).

Auf der Trainerposition hat Horst Heldt ALLES RICHTIG gemacht. Zunächst schaffte er es Ralf Rangnick nochmal an Bord zu holen. Dann reagierte Heldt schnell und holte mit Stevens in einer schwierigen Situation (Anfang der Saison, kaum jemand auf dem Markt, notwendigkeit einer sofort funktionierenden Lösung) den zu 100% richtigen Trainer. Einzig ob man am Ende der Saison Stevens hätte ersetzen sollen war eine "so oder so" Entscheidung.

12/13
-----

Zugänge:

Chinedu Obasi (4,0)
Raffael (Leihe, 1,0)
Michel Bastos (Leihe, 1,0)
Ibrahim Afellay (Leihe, 0,5)
Tranquilo Barnetta (0,0)
Roman Neustädter (0,0)

Abgänge:

Lewis Holtby (1,8)
Jurado (Leihe, 1,5)
Magath-Altlasten
Raul (0,0)

Trainer:

Stevens bis kurz vor Ende der Hinrunde, dann Jens Keller (vormals U17 Trainer).

Bewertung:

Auch in der zweiten Spielzeit waren keine großen Sprünge möglich. Heldt verpflichtete daher schon recht frühzeitig Barnetta und Neustädter jeweils ablösefrei. Auch wenn Barnetta nicht einschlug sehe ich das als einen guten Transfer an. Neustädter dagegen schlug direkt vollkommen ein und spielte eine ganz starke Hinrunde. Auch Afellay schlug ein, bis er sich verletzte. In diese Saison fällt auch der Beginn der Schalker Verletztenmisere, dazu kam der Abgang von Lewis Holtby (bisher der einzige Spieler der Schalke in den letzten Jahre gegen unseren Willen verlassen hat). Für die Rückrunde musste also Heldt einen 10er finden, der zudem kein Geld kosten durfte. Gefunden hat er Raffael, der uns dann gemeinsam mit Draxler in die CL-Teilnahme schoß. Bastos funktionierte als Afellay-Ersatz so la la. Insgesamt hat Heldt damit in zwei Jahren nur Kleckerbeträge in Spieler investieren können und einige Verstärkungen in den Kader gebracht.

Streitthemen gab es, ob man Raul nicht für zwei Jahre mehr hätte halten sollen (mMn nicht) und im Nachhinein hätte man gerne Papa für 22 Millionen nach Russland verkauft. Das war damals aber KEIN Streitthema, alle Schalker wollten Papa behalten und haben seine Vertragsverlängerung gefeiert, im Nachhinein sehe ich das auch zu diesem Zeitpunkt als Fehler an. Auf der IV war und ist Schalke über-aufgestellt und mit dem Geld hätte man einiges bewegen können.

Jens Keller zu installieren war mutig, eventuell auch der Situation geschuldet, dass man niemand anderen finden konnte. Der Zeitpunkt sicher etwas verfrüht (bis zur Winterpause hätte es auch Stevens noch machen können) und vor allem musste er gleich das DFB-Pokal-Ausscheiden hinnehmen. Zuvor hatte Schalke den absolut besten Schalker Fußball der letzten Jahre gezeigt, Siegte souverän in London 2:0, gewann das Derby und war auf dem Weg 2. zu werden bevor dann der für außenstehenden freie Fall nach dem Leverkusen-Spiel losging. Hätte Heldt hier das Ohr "auf der Schiene" haben müssen? Von außen nicht beurteilbar finde ich.

13/14
-----

Zugänge:

Kevin-Prince Boateng (10,0)
Adam Szalai (8,0)
Leon Goretzka (3,2)
Christian Clemens (2,8)
Felipe Santana (1,0)
Jan Kirchhoff (Leihe, 0,5)
Dennis Aogo (Leihe, 0,5)

Abgänge:

Magath-Altlasten
Christoph Moritz (0,0)
Michel Bastos (Leih-Ende)
Raffael (Leih-Ende)
Afellay (Leih-Ende)

Trainer:

Jens Keller

Bewertung:

Zunächst die Abgänge, drei Jahre nun zogen sich die Magath-Altlasten nun schon hin. Mit dieser Spielzeit sind endgültig auch die letzten Spieler von unserer Gehaltliste runter. Bei den Leihen wurde keine verlängert, Bastos ging unter etwas seltsamen Umständen, was eine Lücke auf LA riss. Man entschloss sich außerdem dagegen Raffael zu verpflichten um lieber einem gewissen Max Meyer Einsatzzeiten geben zu können, bzw. weil man schon Prince in der Hinterhand hatte. Mit Christoph Moritz verließ uns der zweite Spieler den man vielleicht doch hätte halten wollen. Aufgrund seiner Krankenakte traute man ihm wohl nicht mehr den Sprung ganz nach vorne zu.

Nach erfolgter CL-Quali schlug man dann aber zu. Prince und Aogo waren die beiden erhofften Verstärkungen und kamen zum 4. Spieltag. Zuvor hatte man nur 1 Punkt aus drei Partien geholt, danach ging es stetig bergauf. Die Verletzungsseuch nahm allerdings ebenfalls historische Ausmaße an. Szalai musste im Dauereinsatz ran, weil quasi die komplette Hinrunde ausfiel. Der viel geforderte "Hunter-Ersatz" erwies sich allerdings als doppeltes Mißverständnis. Aus Sicht der Schalker war er nicht gut genug, aus Eigensicht war er zu gut als Bankdrücker hinter dem Hunter. Goretzka war ebenfalls lange angeschlagen brauchte dann aber nur eine RR um Nationalspieler zu werden. Hier hatte sich Heldt vor allem gegen viele andere Manager durchgesetzt, die ihn ebenfalls verpflichten wollten. Aogo zeigte sich ebenfalls direkt als Verstärkung, bis zu seinem Kreuzbandriss. Diese Form sucht er leider immer noch. Clemens dagegen schaffte es nie sein Potenzial aus Kölner Zeiten abzurufen. Hier hat man wohl nicht genau genug auf die Fähigkeiten des Spielers geschaut, sonst hätte man dies eventuell vorraussehen können.

Heldt hielt auch nach schwieriger Hinrunde an Jens Keller fest. Sieht man die Rückrunde durchaus zurecht.

14/15
-----

Zugänge:

Sidney Sam (2,5)
Nastasic (9,5)
EMCM (0,0)
Fabian Giefer (0,0)
Christian Wetklo (0,0)

Abgänge:

Adam Szalai (6,0)
Kyriakos Papadopoulos (Leihe, 1,0)
Philipp Hofmann (1,0)
Christian Clemens (Leihe, 0,4)
Lars Unnerstall (0,2)
Tim Hoogland (0,0)

Trainer:

Jens Keller bis Mitte Hinrunde, dann Roberto di Matteo.

Bewertung:

Dieses mal wurde was Ablösen angeht wieder gespart, dafür spekulativerweise umso mehr für Handgelder ausgegeben. Schon früh hatte Heldt alle wichtigen Transfers fix gemacht. Sam und Choupo-Mouting konnten zu Schalke gelotst werden und Giefer wurde noch verpflichtet bevor Ralf Fährmann seinen Triumphzug zurück in unser Tor antrat. Sam war im Nachhinein ein Fehlschlag, den einige Leverkusener auch vorrausgesehen hatten. Nochmal ein verletzungsanfälliger Spieler. Letztendlich also ein hohes Risiko für einen Spieler, der verletzungsfrei N11 Qualitäten besitzt. Sollte er ihn diese Sommerpause los bekommen, wäre es ein kleiner Fehler, liegt er uns noch Jahre auf der Tasche ein großer. Die ablösefreien Deals waren dagegen erstklassig. Choupo (ablösefrei!) überzeugte in der Hinrunde komplett und wurde dann nach dem Afrikacup von RdM verheizt (meine Sichtweise). Giefer ist ein Torwart mit Erstliganiveau der den Ausfall von Fährmann super hätte kompensieren können, wenn unsere Verletzungsseuche nicht doppelt zugeschlagen hätte (was uns, wieder meine Sichtweise, 6-7 Punkte gekostet hat). In der Winterpause erfüllte Heldt dann den Trainerwunsch nach einem linksfüßigen Innenverteidiger. Aus meiner Sicht höchstproblematisch ausgerechnet in der Innenverteidigerposition nochmal mit gleich 10 Millionen aufzurüsten. Nastasic zeigte befriedigende bis gute Leistungen, allerdings auf einer Position auf der zuvor bereits Kirchhoff, Neustädter, Matip, Höwedes und Ayhan gute Leistungen zeigten und Santana nächste Saison als Kaderspieler #4-5 zurückkehrt.

Die Abgänge waren allesamt nichts weltbewegendes und gut nachvollziehbar. Für Szalai nach überteuerten 8 Millionen im Einkauf nochmal überteuerte 6 Millionen im Verkauf rauszuholen war gut, für Papa eine CL-Mannschaft zu finden ebenfalls.

In der Trainerfrage hat sich Heldt aus meiner Sicht zu arg treiben lassen. Zunächst sagte ich bereits vor der Saison einen enorm schwierigen Start vorraus, da der Spielplan einfach enorm asymmetrisch für uns war. So kam es dann auch. Dazu kam, dass Keller die Sommerpause wieder nicht nutzen konnte um die Mannschaft voran zu bringen. RdM erschien als gute Lösung, zeigte auch taktische Umstellungen (3er/5er-Kette) schaffte es aber absolut nicht der Mannschaft halt zu geben. Statt dessen wurde mal offensiv, mal defensiv, dann wieder mit 4er-Kette gespielt. Dennoch richtig die Saison zu Ende zu spielen und dann weiter zu sehen. Alle die damals nach Tuchel geschrien/geschrieben haben (wie auch ich), können jetzt natürlich "hab' ich gleich gesagt" sagen.

Komplettbewertung, große Tendenzen
----------------------------------

Transferdurchführung (Note 2): Hier stelle ich Heldt eine gute Note aus. Die Transfers die von Heldt abgewickelt wurden, insbesondere die Abgänge wurden von außen betrachtet sehr professionell und mit einigem Verhandlungsgeschick durchgeführt. Goretzka zu angeln war sicher schwierig; ablösefreie Profis wie Barnetta, Neustädter und Choupo-Mouting wachsen ebenfalls nicht auf Bäumen; mit Boateng lange zu verhandeln ohne, dass irgendwas bekannt wird zeugt von Integrität. Bei den Abgängen schaffte er die Magathaltlasten zuverlässig weg und handelte bei Neuer und Szalai Ablösesummen heraus die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Transferauswahl (Note 3+): Diese erfolgte (hoffentlich) in Abstimmung mit dem Trainer, aber ich denke hier ist der Manager auch sehr gefragt. Heldt ging wenig Risiko und suchte vor allem bundesligaerfahrene Spieler. Teilweise klappte dies hervorragend (Neustädter, Höger, Choupo), teilweise weniger (Barnetta, Clemens). Zu Beginn musste er außerdem sehr kreativ sein, was zu vielen Leihverträgen führte, die allerdings in der Auswahl sogar noch besser waren (Raffael und Afellay, mit Abstrichen Bastos). Wieso so viele Spieler zunehmend schlechter wurden, lag teilweise an Verletzungen (vor allem Aogo), teilweise an der Spielweise (Fuchs), teilweise ist es mir unerklärlich (Boateng, Neustädter). Zumindest aber zeigten diese Spieler ihr Potenzial! Es ist Aufgabe des Trainers, nicht des Managers, das Potenzial der Spieler auszuschöpfen.

Vertragsverlängerungen durchführen / Spieler halten (Note 2):
Schalke hat (bis auf Holtby) keinen einzigen Leistungsträger gegen seinen Willen abgeben müssen. Die Spieler sind zwar mit hochdotierten (oder nach Sichtweise überdotierten) Verträgen ausgestattet (deshalb keine 1), aber das Team musste so auch nicht durch hohe Ablösezahlungen kompensiert werden. Nach erfolgreichen Saisons blieb das Team weitestgehend intakt. Holtby werfe ich ihm dabei explizit nicht vor, das hat Magath durch seine Leihen nach Bochum und Mainz verbockt.

Transferauswahl verkaufen oder halten (Note 5):
Das einzige mir gegen den Strich ging ist die komplette Verweigerungshaltung darüber nachzudenken ob es sich nicht doch lohnt einen Spieler für viel Geld zu verkaufen. Das waren Papadopoulos und Draxler. Die Situationen war dabei etwas unterschiedlich. Für Draxler hätte man nach ganz schwacher Hinrunde 30 Millionen (oder mehr) einstreichen können, auf einer Position auf der zwar Bedarf herrschte, aber auf der man auch ohne ihn nicht blank gewesen wäre. Hier hätte man das Geld nehmen sollen. Bei Papa war es viel eindeutiger. Dort hatte man bereits Höwedes und Matip und hätte enorme 22 Millionen einnehmen können für einen Spieler der noch nicht mal viel Geld bei Schalke verdiente. Statt dessen erhöhte man das Gehalt dieses Spielers enorm an einer Stelle wo der Kader keine Lücken hatte. Richtig dagegen die Entscheidung contra Raul und Raffael, so konnte man z.B. einem Max Meyer einen Perspektive aufzeigen und eine hohe AK in den Vertrag schreiben. Letztendlich hat sich Heldt darauf versteift alle starken Spieler unbedingt halten zu wollen und somit jegliche Chance verbaut die wirklichen Schwachstellen des Kaders zu bearbeiten oder der Preisspirale bei den Kaderkosten entgegenzuwirken.

Trainerentscheidungen:
- Rangnick verpflichten: 1
- Stevens kurzzeitig holen: 1
- Stevens weiter behalten: Traue ich mir keine Bewertung zu
- Keller von Jugend hochziehen: 3+
- Nicht vollständig hinter Keller und der Entscheidung zu Keller stehen: 6
- Keller kurzfristig absägen: 5 (hätte bis Ende HR warten sollen)
- di Matteo: 4

Insgesamt sehe ich hier mehr positives als negatives. RdM hatte mich am Anfang auch mit seinem schweizerischen Dialekt geblendet. Wenn man aber weiterhin die Knappenschmiede betonen will, wäre ein Trainer der mehr Ausbilder ist (wie z.B. Lewandowski den viele nun fordern) oder ein erfolgreicher Zweitligatrainer sinnvoller gewesen. Alternative wäre einer der sogenannten "Konzepttrainer" vom Stile eines Rangnick gewesen. In dessen Folge spielten wir immerhin den besten Fußball unter Heldts Ägide.

Fazit
-----
Nicht nur ich bin der Meinung, dass Heldt in den letzten Jahren einen enorm starken Kader zusammengestellt hat (http://koenigsblog.net/2014/08/11/schalkes-bester-kader/). Die jetzige Kritik empfinde ich als "after-the-fact" Kritik, welche die grundsätzliche Qualität mit tatsächlich gezeigter Leistung und diffuser Kritik an Charaktermängeln vermischt. Aus meiner Sicht ist der Manager für den Kader verantwortlich, der Trainer für die Leistung auf dem Platz, daher ist die Kritik an RdM gerechtfertigt, die an Heldt eher nicht. Wie soll denn ein Manager den "Charakter" eines Spielers beurteilen? Der sieht den Profi vielleicht ein paar mal persönlich und verhandelt dann zu 99% mit dem Manager des Profis.

In Sachen VVLs und Gehälter ging Heldt konsequent den Weg Richtung Spieler halten und lieber mehr Geld bezahlen. Das drückt sich auch in Ablösen aus (wenig Ausgaben). Positiv ist dabei, dass wir solche Flops wie unsere Nachbarn mit Mickey und Immobile niemals erleben mussten. Im Vergleich dazu waren Obasi (unsinniger Transfer eines Quasi-Invaliden) und Szalai (zu teuer für zu wenig Leistung) noch die größten finanziellen Fehlschläge von Heldt auf der Zugangsseite. Die fehlende Bereitschaft Spieler bei guten Angeboten auch mal ziehen zu lassen hatte ich oben bereits angesprochen.

Die Trainerauswahl ist öffentlich der wohl größte Kritikpunkt an Heldt. Von vier verpflichteten Trainern war jedoch nur di Matteo schlecht. Rangnick und Stevens waren sogar absolut und den Umständen entsprechend die bestmögliche Lösung. Die Zeitpunkte der Entlassungen dagegen nicht optimal und der Bruch zwischen Stevens und der Mannschaft für mich immer noch nicht richtig nachvollziehbar, weil für Außenstehende urplötzlich. Jens Keller dagegen lieferte zwar gute Ergebnisse, wurde jedoch permanent von den Medien angegangen, hier versäumte Heldt es eine rote Linie zu ziehen, eine Wutrede wie nach Matips Roter Karte in der EL gegen Enschede mal gegen die Journalisten gefeuert hätte seine Wertschätzung für Keller besser gezeigt.

Ein weiterer dicker Pluspunkt der noch nicht angesprochen wurde ist die Wertschätzung die Horst Heldt von den handelnden Personen der Knappenschmiede erfährt. Sowohl Ruhnert als auch Elgert und Schober äußerten sich äußerst positiv über die Unterstützung durch Horst Heldt für die Knappenschmiede, ohne explizit darauf angesprochen worden zu sein.

Weitere Diskussion
------------------
Jeder der genannten Punkte ist natürlich meine persönliche Einschätzung und ich diskutiere gerne weiter, insbesondere wenn ich Fehler gemacht haben sollte. Seht aber bitte davon ab einzelne Spieler nach den letzten vier Partien oder der RR zu bewerten und vor allem die Hauptschuld für deren Formkrise bei Heldt zu suchen.

Samstag, 30. Mai 2015

Delta Homes

Delta-Homes ist ein boshafter Browser-Hijacker, der Ihre Startseite übernehmen kann und Sie dazu zwingt, ein höchst verdächtiges und möglicherweise gefährliches Suchwerkzeug zu verwenden. Auf den ersten Blick scheint der Suchanbieter komplett harmlos zu sein, doch Sie sollten besonders vorsichtig mit den bereitgestellten und leicht zugänglichen Links und ausgeführten Web-Suchergebnissen sein. In einigen Fällen ist es möglich, dass die Links zu Facebook, YouTube, Twitter, eBay und anderen beliebten Quellen Sie auf beschädigte Seiten weiterleiten. Dasselbe gilt für die Suchmaschine selbst. Wenn Sie zum Beispiel ein Schlüsselwort eingeben und den Such-Button drücken, gibt es keine Garantie, dass Ihnen zuverlässige Suchergebnisse angezeigt werden. Es werden tatsächlich alle Suchergebnisse über verschiedene Suchanbieter in neuen Fenstern geöffnet (z. B. Google Search). Wenn Sie eine derartige Aktivität festgestellt haben, empfehlen wir, dass Sie Delta-Homes ohne weitere Verzögerung entfernen.
Da Delta-Homes ein Hijacker ist, sollten Sie nicht überrascht sein, wenn Sie entdecken, dass Ihre Startseite auf delta-homes.com ohne Ihr Wissen geändert wurde. Die bösartige Infektion kann ohne Warnung mithilfe von Freeware, Spam-E-Mail-Anhängen, Social Engineering-Scams, usw. verteilt werden. Sobald die Gauner, die den Hijacker kontrollieren, ihn auf dem Computer aktivieren, fühlen Sie sich möglicherweise gezwungen, den fragwürdigen Suchanbieter zu verwenden, vor allem, wenn Sie keine Erfahrung haben und nicht wissen, wie man die unerwünschten Browser-Einstellungen entfernt. Im schlimmsten Fall könnte die Suchmaschine Sie auf Seiten mit Malware und Online-Scams weiterleiten. Wenn Sie von den Gaunern nicht getäuscht werden wollen, stellen Sie sicher, dass Sie den Delta-Homes-Hijacker vom PC löschen.
Haben Sie schon einmal Browser-Hijacker vom Windows-Betriebssystem gelöscht? Tja, leider ist diese Aufgabe nicht einfach. Deshalb sollten erfahrene und unerfahrene Windows-Nutzer authentische Spyware-Erkennungs- und Entfernungs-Tools verwenden, um Delta-Homes zu löschen. Wir empfehlen die Installation von SpyHunter, denn dieser kann auch die heimlichsten und neuesten Infektionen entfernen. Leider kann kein Sicherheits-Tool Ihre Browser-Einstellungen ändern. Deshalb sollte diese Aufgabe manuell durchgeführt werden. Bitte folgen Sie dazu den unten aufgeführten Anweisungen.

Löschen Sie Delta-Homes von Ihren Browsern

Für Internet Explorer
  1. Drücken und halten Sie Alt+X.
  2. Klicken Sie auf Add-ons verwalten.
  3. Klicken Sie dann auf Symbolleiste und Erweiterungen und deaktivieren Sie die Infektion.
  4. Klicken Sie auf den Suchanbieter und entfernen Sie die Namen der Infektionen aus der Liste der Suchanbieter.
  5. Drücken und halten Sie Alt+X erneut und klicken Sie auf die Internetoptionen.
  6. Unter der Registerkarte Allgemein entfernen Sie die Webseite der Infektionen aus dem Abschnitt "Startseite".
  7. Geben Sie die Adresse der gewünschten Domain ein und klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu speichern.
Für Mozilla Firefox
  1. Drücken und halten Sie Strg+Shift+A nacheinander und die Registerkarte "Add-ons-Manager" öffnet sich.
  2. Entfernen Sie die Namen der Infektionen entweder aus dem Abschnitt "Erweiterungen" oder "Plugins".
  3. Klicken Sie auf das Suchmaschinen-Symbol auf der linken Seite der Suchleiste (oben auf Ihrem Browser) und wählen Sie Suchmaschinen verwalten aus.
  4. Entfernen Sie die Namen der Infektionen aus der Liste und richten Sie eine neue Standard-Suchmaschine ein.
  5. Klicken Sie auf die Firefox-Taste und gehen Sie zu Optionen.
  6. Unter der Registerkarte Allgemein entfernen Sie die Namen der Infektionen aus dem Abschnitt "Startseite".
  7. Geben Sie eine von Ihnen bevorzugte Startseite ein und klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu speichern.
Für Google Chrome
  1. Drücken Sie Alt+F und gehen Sie zu Extras --> Erweiterungen.
  2. Entfernen Sie die Namen der Infektionen aus der Liste und klicken Sie auf Einstellungen auf der linken Seite.
  3. Wählen Sie im Abschnitt "Beim Start" eine bestimmte Seite oder mehrere Seiten aus. Klicken Sie dann auf Seiten einrichten.
  4. Entfernen Sie die Namen der Infektionen aus der Liste und fügen Sie eine neue Startseite hinzu. Klicken Sie dann auf OK, um die Änderungen zu speichern.
  5. Klicken Sie unter "Suche" auf Suchmaschinen verwalten.
  6. Entfernen Sie die Namen der Infektionen aus der Liste und richten Sie eine neue Standard-Suchmaschine ein.
  7. Klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu speichern und das Menü zu beenden.

Samstag, 23. Mai 2015

Betfair in Deutschland 2015

Das Innenministerium in Hessen hat 20 Sportwettenlizenzen vergeben. Anbieter wie MyBet, Betfair, Cashpoint, Oddset und Bwin dürfen ab sofort, unter geregelten Vorschriften, legal ihre Wettbüros eröffnen. Der allgemein beliebte Sportwettenanbieter Tipico, Bet365 und Betvictor gehen leer aus.
Transparenz war bei der Vergabe Fehlanzeige. Neben den großen Wettbüros wie Oddset oder Bwin tauchen einige unbekannte Namen in der Liste der lizenzierten Sportwettenanbieter des Innenministeriums auf. Welche Personen hinter diesen Anbietern stecken ist bisher noch unklar.

Große etablierte Namen im Sportwettengeschäft wie Tipico, Bet365 und Betvictor haben hingegen keine Lizenz erhalten. Eine Welle von Klagen wird nach dieser Entscheidung nicht lange auf sich warten lassen. Es geht um einen lukrativen Markt und damit um viel Geld.

Um eine Lizenz zu erhalten, mussten die Bewerber an einem Vergabeverfahren teilnehmen und bestimmte Kriterien erfüllen. Erfahrung und Etablierung kann hierbei kein entscheidender Punkt gewesen sein, sonst wären Unternehmen wie Tipico und Co. nicht auf der Strecke geblieben. Viel mehr mussten die Anbieter aufzeigen, wie sie die Anforderungen überwältigen wollen.

Offiziell dürfen die 20 lizenzierten von nun an, unter Einhaltung bestimmter Auflagen, ihre Wetten anbieten. Doch was passiert mit den "illegalen" Wettbüros, die sich vor der Vergabe in einer gesetzlichen Grauzone befanden und jetzt keine Lizenz bekommen haben? Theoretisch müssten diese von Vater Staat umgehend geschlossen werden. Ob dies jedoch der Fall sein wird ist fraglich.

Reümierend kann man festhalten, dass durch die Vergabe in dieser Art und Weise das Chaos und der Ärger vorprogrammiert sind. Klagen wird es einige geben. Außerdem kommt noch hinzu, dass eine Kotrolle der Onlineanbieter weiterhin ziemlich schwierig ist.

Hier die Liste der 20 Unternehmen, die eine Sportwettenlizenz erhalten haben:

  • ODS ODDSET Deutschland Sportwetten GmbH

  • Cashpoint

  • Admiral Sportwetten GmbH

  • Oddsline Entertainment AG

  • Primebet International Ltd.

  • ElectraWorks Ltd. (Bwin)

  • Digibet Ltd.

  • Bet at home.com Internet Ltd.

  • Ladbrokes International PLC

  • Bet90 Ltd.

  • Deutsche Sportwetten GmbH

  • Personal Exchange International Ltd. (Mybet)


  • Intermedia GmbH

  • Bernd Hobiger Wettbüro Goldesel

  • RULEO Alpenland GmbH

  • Racebets International Gaming Ltd.

  • Albers Wettbörsen Deutschland oHG mbH

  • IBA Entertainment Ltd. (Bet3000)

  • Star Sportwetten GmbH

Samstag, 16. Mai 2015

Kaderplanung FC Bayern München

TOR:
Neuer: Unstrittig. Hat lange Vertrag, kann hoffentlich noch 6+ Jahre auf Topniveau halten, da kann man der Jugendabteilung Zeit lassen, etwas reifen zu lassen. Andernfalls muss frühestens in einigen Jahren etwas getan werden.
Reina: Vertrag bis 2017, mit 32 auch noch "jung" genug, überragende Personalie als 2. Torwart. Allerdings wird über Interesse an ihm als Stammspieler vonseiten Inters berichtet, wenn sich da etwas konkretisieren würde, könnte ich mir einen Abgang vorstellen, mit ein paar Millionen Ablöse.
Starke: Wenn Reina bleibt, ist er eigentlich zu viel. Vertrag läuft nur noch eine Saison, mit 34 dann auch schon ein wenig älter, zudem mMn auch noch durchaus bundesligatauglich. Da man ihm ja sowieso schon Reina vor die Nase gesetzt hat, wäre er wohl auch bei dessen Abgang noch nur Notoption als zweiter Keeper, wenn da also Interesse besteht, wird man ihm denke ich keine Steine in den Weg legen. Aufgrund der Ausgangssituation glaube ich aber auch nicht, dass hier eine Ablöse zustande käme, wenn überhaupt, dann nur eine marginale.

ABWEHR:
Boateng: Vertrag bis 2018, 26, absoluter Leader innen, zudem notfalls auch auf den Außen oder vorgezogen zu gebrauchen, selten verletzt.
Martínez: Davon ausgehend, dass es nicht nochmal so eine Saison gibt, haben wir hier die zweite überragende Option, vorausgesetzt er erlangt seine alte Leistungsstärke. Kommt zudem aus dem DM, kann also problemlos dort eingesetzt werden. Vertrag bis 2017.
Benatia: Konnte bislang nicht mit den Weltklassespielern neben ihm mithalten, was aber nicht heißt, dass er auch nur ansatzweise schlecht spielt. Als Rotationsspieler eine überragende Option, mit Spielraum nach oben. Zudem langfristig bis 2019 gebunden.
Dante: Enttäuschte zuletzt quasi durchweg, was ich aber erstmal eher auf die Form zurückführe. Nichtsdestotrotz ist er jetzt 31, in der neuen Saison bald 32 und als Innenverteidiger Nummer 4 in Topform fast "zu gut" und in derzeitiger Form nicht wirklich einem Talent vorzuziehen. Wenn sich da ein Interesse konkretisiert, kann ich mir einen Abgang auch ohne zusätzliche Zugänge durchaus vorstellen.
Badstuber: Wirklich planen kann man mit ihm natürlich nicht. Vertrag läuft ausreichend lange, getan werden muss hier also nichts. Interesse kann ich mir an ihm nicht wirklich vorstellen, und wenn, dann eben höchstens zum aktuell hier gelisteten Marktwert, was der FCB mMn definitiv nicht annehmen würde. Man hat in ihm den womöglich besten deutschen (und damit einen der besten der Welt) Innenverteidiger unter Vertrag, der bislang immer gezeigt hat, dass er nach Verletzungen relativ schnell wieder in die Spur findet. Dafür ist er die letzten Jahre nicht nur mehr verletzt als gesund, sondern wortwörtlich 90% der Saison nicht einsetzbar, mit anderen Worten kann er in der Kaderplanung keine Rolle spielen. Wenn er fit ist, dann haben wir in der Innenverteidigung potentiell 3 Männer von Weltklasseformat und einen von internationaler Güte, was eigentlich zu viel wäre, so aber geht das in Ordnung, immer langfristig mit Blick auf eine hoffentlich irgendwann einmal verletzungsfreie Zukunft. Tritt der Fall dann ein, kann man auch darüber nachdenken, ob und was in der Innenverteidigung zu tun ist.

Alaba: Hat bis 2018 Vertrag, ist eigentlich nicht als verletzungsanfällig bekannt und kann alles. Die linke Seite kann er offensiv wie defensiv (für Bayern-Verhältnisse) solide bis weltklasse komplett bespielen, in die Dreierkette fügt er sich ebenfalls problemlos und selbst im Mittelfeld hat er bereits konstant bärenstarke Leistungen gezeigt. Ein Stammspieler, der aber auch überall aushelfen kann, also.
Bernat: Kommt eigentlich ausschließlich über links, dort aber auch defensiv wie (halb-)offensiv, spielt die Rolle mMn auch absolut zufriedenstellend. Keiner, der in einer ersatzgeschwächten Mannschaft den Unterschied ausmacht, aber einer, der bei einem Topteam an guten Tagen zu den Besten gehören kann. Vertrag bis 2019.

Rafinha: Mit 29 nicht mehr ganz jung, aber auch noch lange nicht in dem Bereich, in dem man mit Leistungsabfällen rechnen muss, Vertrag läuft noch ausreichend lange. Spielt hinten rechts quasi immer solide, hat auch immer wieder mal richtig gute Spiele dabei, fällt aber mMn gegenüber der Gegenseite ab und zeigt sich gerne kartenanfällig. Harmoniert dafür allerdings hervorragend mit Robben, wenn der fit ist (was diese Saison eigentlich die Regel war, sich altersbedingt aber wieder ändern kann). Spielraum nach oben ist hier aber noch am ehesten gegeben in der Abwehr.
Weiser: Vertrag läuft aus. Hat zwar einige hoffnungsvolle Spiele mit der "Rumpfelf" gezeigt, weshalb man ihn als günstigen Kaderspieler durchaus halten kann, die Zeichen scheinen aber auf Abschied zu stehen. Ist definitiv so oder so aber auf einer leistungsmäßig vom Rest abfallenden Position kein 1:1-Ersatz, höchstens einer mit dem Potential dazu.

MITTELFELD:
Lahm: Zuletzt nicht mehr in Form, dennoch als Kapitän über jeden Zeifel erhaben. Erhält auch weiterhin im DM seine Spielzeit, obwohl er definitiv den besser RV als Rafinha abgeben würde, was für Peps Vertrauen in seine Mittelfeldfähigkeiten spricht. Stellt zudem im Notfall eben jenen erwähnten 1-1-Ersatz als RV dar. Vertrag läuft noch bis 2018, allerdings ist er mittlerweile 31, und auch wenn man die jüngsten Leistungen da nicht überbewerten sollte, ist ein Rückgang der läuferischen Fähigkeiten in naher Zukunft durchaus vorstellbar. Das würde sich dann vor allem auf Einsätze als RV auswirken (was natürlich auch ein Grund für seine durchgehenden Einsätze im Mittelfeld sein kann).
Rode: Jung, hat Vertrag, bringt absolut Leistung, wenn er Spielzeit bekommt. Für mich auch nicht unbedingt eine Option als langfristiger Stammspieler, aber als Ersatz und taktische Option mE sehr wertvoll und klar vor einem Höjbjerg oder Neuzugang Kimmich anzusiedeln, unabhängig von möglichen Leihgeschäften. Im Hinblick auf die Kaderbreite ist mir mit ihm auch wohler als nur mit den Genannten. Daher würde ich ihn nicht abgeben und gehe auch nicht davon aus, zumal er wohl recht "günstig" ist in Sachen Gehalt.
Alonso: War in der Hinrunde über jeden Zweifel erhaben, zuletzt mit dem Druck, jedes Spiel als Führungsspieler machen zu müssen dann unkonstant. Finde ihn aber mit seiner Erfahrung und Abgeklärtheit (ja, es gab Patzer, dafür unterbindet er mMn aber im Spiel diverse Situationen, die andere ohne Patzer eben nicht unterbunden hätten) ungemein wichtig, als Kaderspieler (Rotation, Taktik) also bis Vertragsende ein wichtiger Baustein.
Schweinsteiger: Nur noch Vertrag bis nach der Saison, kann mir aber eigentlich nur einen freiwilligen Abgang nach eben jener vorstellen, wenn er nächste Saison auch keine besonders wichtige Rolle spielt. Zeigt sich zuletzt einfach sehr unkonstant, die gesamte Saison über, was seinem eigentlich Einsatzgebiet als Führungsspieler widerspricht. Vonseiten des Vereins sehe ich da aber mal gar keine Intention zu handeln, daher gehe ich fest von einem Verbleib aus. Dennoch finde ich es bedenklich, wie alt er derzeit auf dem Feld wirkt, wo er doch "erst" (auf Fußballer bezogen natürlich) 30 Jahre alt ist. Hier wird die neue Saison definitiv richtungsweisend sein.
Thiago: Überragender Kicker natürlich. Bleibt er verletzungsfrei, ist er wohl zu 90% gesetzt und rotiert höchstens mal zur Schonung raus. Füllt die offensive 6er-Rolle sowie die des 8ers oder 10ers indiskutabel aus, auf den Außen sehe ich ihn dafür aber wirklich nur im Notfall. Allerdings bleibt ein Fragezeichen bei seiner Verletzungshistorie, voll mit ihm planen kann man Stand jetzt noch nicht. Der Vertrag läuft noch bis 2017, da muss man dann mal spätestens nach der Saison schauen, wie es weitergeht.
Gaudino: Bekam eigentlich nicht mehr als Schnuppereinsätze. Ist körperlich nicht weit genug, dafür noch blutjung. Man kann ihn als Alternative für Notfälle im Kader halten, viele Einsätze wird er ohne immense Steigerung aber nicht bekommen, und die Rolle des Notnagels kann man dann auch auf andere abwälzen, zumal die Mittelfeldzentrale bereits extrem vollgepackt ist. Bekommt man ihn bei einem ambitionierten Team unter, sollte man ihn verleihen.

Götze: Natürlich gibt es Kritik, wie ein Superstar spielt er nicht. Er kam aber als junger Kaderspieler und macht selbst in einer Horrorsaison, welche die jetzige ja offensichtlich ist, wenn man quasi jedem Glauben schenkt, noch seine Tore und Vorlagen, spielt zudem dank seiner Technik überall zumindest passabel, kann für jegliches Kombinationsspiel verwendet werden und ist im Moment zumindest ein großartiger Mann für die Kaderbreite. Der Vertrag läuft noch über die Saison hinaus, Handlungsbedarf sehe ich auch hier nicht, vielmehr das Potential eine Kaderstelle innerhalb der Mannschaft aufzufüllen, ohne Neuzugang. Auch wenn er wohl am besten auf Thiagos Position spielt, mit dem zumindest solange absolut geplant wird, wie Pep hier ist.
Müller: In einer komplett fitten Mannschaft ist er wohl theoretisch der erste Ersatz im Mittelfeld, wo er jede Position in der Offensive locker und zuverlässig ausfüllen, dazu auch noch den Not- bzw. Alternativstürmer geben kann. Praktisch sieht das so aus, dass er in der Rotation so oder so den Großteil der Spiele macht, durch seine Spielweise ist er sowieso eine taktische Alternative zum jeweils anderen vorhandenen Personal. Vertrag läuft noch lange, Abgang steht wohl von jeglicher Seite her nicht zur Debatte, ist noch recht jung, da passt alles.

Ribery: Scheint immer verletzungsanfälliger zu werden, wenn er spielt, ist er aber weiterhin bärenstark und unverzichtbar. Da die Außen aber erfahrungsgemäß unser wichtigster Baustein sind, muss hier bei einem 32-Jährigen, mit dem nur etwas mehr als die halbe Saison zu planen ist, definitiv über Verstärkung nachgedacht werden, das wissen aber alle Beteiligten wie auch Fans.
Kurt: Bislang keine Option, nächste Saison auch aller Voraussicht nach nicht mehr als ein Not-Ersatz bzw. Talent, das aufgebaut wird. Ob er so kurzfristig den Sprung machen kann, der nötig wäre, um Ribery zu ersetzen, ist zumindest fraglich, und selbst als ersten Ersatz sollte man wohl noch nicht mit ihm planen. Müller und Götze können allerdings einspringen.

Robben: Über jeden Zweifel erhaben, wie erwähnt zudem eigentlich nicht mehr so verletzungsanfällig. Nun traf es ihn aber wieder mehrfach, und auch er wird nicht jünger, da sollte man ebenfalls nächste Saison bereits einen Nachfolger heranführen. Bei Ausfällen als "gleichwertiger" Ersatz steht hier wohl Müller bereit.

STURM:
Lewandowski: 26 (27), Vertrag bis 2019, kommt immer besser mit dem Spiel der Bayern zurecht. Da gibt es absolut keine Diskussion, auch für die längerfristige Zunkunft.
Pizarro: Alt, verletzungsanfällig, bei allem Respekt für sein Können, der Abgang ist unumgänglich.

Das bedeutet:

Tor: Nur Bedarf, wenn Reina als Stammkeeper abgeworben wird, Starke könnte gehen, spielt aber nicht wirklich eine Rolle in den Planungen. Position Nummer 1 ist langfristig perfekt besetzt. -> Reaktion, Starke-Abgang?

Innenverteidigung: Boateng und Benatia stehen zur Verfügung und sind absolut tauglich. Martínez dürfte auch wieder voll einzuplanen sein, dahinter dann Dante (Form? Alter? Interessenten?) und Badstuber (Verletzungsfrei? Wie kommt er zurück? Konstant? Fehlerlos? Fitness?). Bei Dreierkette und zur Not auch Viererkette können Alaba, Rafinhaund Benatia einrücken, mehr braucht man auch bei einem Abgang Dantes nicht, höchstens ein "Talent", d.h. einer, der nicht direkt auf einem Niveau mit dem Rest anzusiedeln ist. Bleibt Dante, würde ich erstmal voll mit ihm planen, sollte es dann wirklich weiterhin so schlecht laufen, kann man in der Winterpause nachbessern. -> Dante-Abgang? ->Reaktion? (Talent)

Linke Verteidigung: Alaba und Benatia sind beide Topleute, dahinter kann man dann intern oder extern weitersehen, akut für die Kaderplanung aber völlig vernachlässigbare Position.

Rechte Verteidigung: Rafinha ist kein Alaba/Bernat, dahinter nur Ausweichlösungen (Lahm, Boateng, Weiser?). Ergibt sich etwas (Kostengünstiges), kann man entweder in der Breite oder der Spitze nachlegen, angesichts der zu erwartenden Investitionen an anderer Stelle hat das aber keine Priorität und die neue Saison könnte durchaus auch ohne Veränderungen bestritten werden. -> Weiser-Abgang? -> Nur im Ausnahmefall Investition, evtl. günstiger Talent-Nachfolger für Weiser. Mittelfristig: Feste 1:1-Ersatz-Option

Mittelfeld-Zentrale: Für defensive Aufgaben: man hat Lahm, Alonso, Alaba, (Martínez), Rode. Lahm gesetzt, zudem evtl. Alaba, da/wenn Bernat links spielt, Rest Ersatz (Alternative) und tlw. auf anderer Position gebraucht. Wenn hier mit Alaba geplant wird, ist auch längerfristig kein wirklicher Bedarf vorhanden, höchstens sobald Lahm abbaut in der Breite, wo aber mMn Rode zufriedenstellend ist. Hinzu kommt Kimmich, der ebenfalls entweder die Position oder den Ersatz ausfüllen kann. Bei Kirchhoff gehe ich von einem Abgang aus, wenn sich ein Abnehmer findet, spätestens dann 2016. -> Kein Bedarf. Kirchhoff-Abgang? Kimmich-Neuzugang
Für offensive Aufgaben: man hat Schweinsteiger, Thiago, Götze, Müller, Gaudino, Höjbjerg, (Scholl). Schweinsteiger muss zeigen, ob er weiterhin als Stammspieler infrage kommt, sonst bleibt nur der verletzungsanfällige Thiago als Kreativspieler. Müller und Götze sind dafür als Variante Gold wert, dazu noch die Talente. -> Schwer abzuwägen. Wenn es gut läuft, hätte man bei einem Neuzugang die Wahl zwischen Schweinsteiger, Thiago und jenem Neuzugang als Kreativ-Optionen, bei höchstens zwei Startelfplätzen, auf die auch Götze und Müller Anspruch anmelden. Wenn es schlecht läuft ohne Neuzugang hätte man aber keinen Ersatz für den verletzten Thiago und den unkonstanten Schweinsteiger. -> Talente verleihen? Schweinsteiger/Thiago ausreichend? -> Neuzugang Kreativspieler, wenn es sich ergibt und jener mit der wahrscheinlichen Rolle zufrieden (Gündogan?)

Linker Flügel: Mit Ribery kann man über eine gesamte Saison einfach nicht planen, und mittelfristig wird er den Ansprüchen als Stammspieler auch (physisch) nicht mehr gerecht werden können. Kurt ist ein Talent, dem wohl Spielpraxis woanders gut täte, Götze spielt die Rolle komplett anders und erweckt durchgehend den Eindruck, zentral viel besser aufgehoben zu sein. Notfalls einsetzbar sind Bernat und Alaba, Thiago wohl auch. Entsprechend muss hier eigentlich sofort gehandelt werden, vorerst für die Breite und mittelfristig (ggf. sofort) für die Spitze. Wenn man wirklich extremes Vertrauen in Kurt hat, könnte man die Situation auch intern lösen, ich glaube aber bei den Ansprüchen eines FCB nicht daran. Green kommt zurück, spielt aber nicht einmal beim HSV eine Rolle, sollte also wieder verliehen werden. Planspiel: Alaba als neuer Ribery? Hat den Linksaußen bereits erfolgreich gegeben, in anderer Rolle als Ribery aber durchaus zufriedenstellend bis überragend. Will aber wie man immer wieder hört gerne zentral spielen, wo mittelfristig durchaus Platz ist. Wäre aber eine (Notfalls-)Option, die Planstelle intern zu besetzen. -> Shaqiri-Abgang! Green-Leihe? Ribery-Ersatz und -Nachfolger?!

Rechter Flügel: Robben scheint (bzw. schien) noch eher planbar als Ribery, wurde nun aber abermals von Verletzungen geplant und fällt konstant einige Spiele aus bzw. muss wegen seines laufintensiven Spieles angesichts seines Alters regelmäßig geschont werden. Als Ersatz hat man hier Müller, der das auch ausfüllen kann und ebenfalls Zug nach innen besitzt, allerdings völlig andere Qualitäten und Spielweise hat. Als Nachfolger also mMn nicht tauglich, sondern vielmehr als Alternative so wie derzeit, für eine andere Spielweise/Taktik. Sonst gibt der Kader selbst auf Talentniveau (Stand jetzt) nichts her. Im Notfall kann also eine weitere Saison ohne Zugang angegangen werden, zwecks Akklimatisierung muss hier aber eigentlich am dringendsten agiert werden. -> Robben-Nachfolger?!

Sturmzentrale: Lewandowski ist nicht für Verletzungen bekannt, Götze und Müller können Zuarbeiter/Alternativen sein. Pizarro geht aber und da sollte ein Nachfolger kommen, jedoch nicht hochpreisig und mit kaum Aussicht auf Startelfeinsätze. -> Pizarro-Abgang! -> Nachfolger


Summa Summarum:

Abgänge:
Pizarro (ablösefrei)
Weiser (ablösefrei)

(Starke (<200.000))
Shaqiri (15 Millionen)
(Dante (5-10 Millionen))
(Kirchhoff (<2 Millionen))
(Green/Höjbjerg/Gaudino/Scholl/Kurt/Kimmich-Leihe (<2 Millionen)

-> 15 (<29,2 ) Millionen € Gewinn plus moderate Gehaltseinsparungen.

Zugänge:
Green (Leihrückkehr)
Kirchhoff (Leihrückkehr)
Höjbjerg (Leihrückkehr)
Kimmich (7 Millionen)

(IV-Talent? (Rüdiger?) (<10 Millionen))
(RV-Talent? (<5 Millionen))

(kreativer DM/ZM? (Gündogan?) (<30 Millionen))
LA oder RA-Ersatz, bestenfalls einer für beides (35-100 (je einer für beides) Millionen)
Sturmersatz (<5 Millionen)

Das ist natürlich alles sehr geschachtelt. Wenn man für ~100 Millionen auf beiden Flügeln nachlegt, wird man natürlich nicht in RV, IV oder Mittelfeldzentrale investieren, jedenfalls nicht für die genannten Beträge, kommt nur einer, ist das natürlich viel eher möglich/wahrscheinlich, genauso gäbe es viele Zugänge natürlich nur bei Eintreten der entsprechenden möglichen Abgänge.
-> Ausgaben von höchstens 120 Millionen € sind ohne weitere größere Verkäufe neben Shaqiri realistisch, mehr nicht, dazu mehr oder weniger drastisch erhöhte Kosten beim Gehalt (Gehalt alle Abgänge zusammen < Gehalt neuer RA/LA mMn)

Wer das dann konkret wäre, ist natürlich die andere Frage. Gerade auf den Außen. Di Maria würde mMn gut passen als Ribery/Robben-Ersatz, gerade als Linksfuß, der beide Seiten bespielen kann, käme aber mit Sicherheit nicht so günstig wie hier oftmals erwünscht, sehe eine Ablöse bei unbedingtem Verkaufswillen Manchesters noch bei mindestens 60 Millionen.
Hazard könnte auch passen, würde aber alleine schon an den 100 Millionen kratzen (Chelsea hat keine Not und wird ihn einfach nicht für mickrige 60 Millionen abgeben, davon bin ich überzeugt) und wäre wohl mehr auf LA begrenzt, wo ich RA wichtiger fände (LA ist nur kurzfristig dünner besetzt mMn, kann mir Müller als dauerhaften alleinigen RA einfach nicht vorstellen).
Alexis Sanchez fände ich interessant, wenn Arsenal ihn für 45-50 Millionen wieder abtreten würde, auch er wäre polyvalent wie di Maria, nur zudem auch als Lewa-Ersatz zu gebrauchen, dafür aber ist er Rechtsfuß, könnte also die Robben-Rolle eher LA ausfüllen als RA.
Griezmann wäre wohl (mindestens) ähnlich teuer wie Sanchez, allerdings Linksfuß und jünger, dafür ohne Erfahrung auf RA, mehr als LA und HS eingesetzt. Zudem mit einer mMn stärker abweichenden Spielweise und vor allem auch Stärken bei Kontern, die bislang nicht das Spiel der Bayern dominieren.
Sterling würde ebenfalls ähnlich viel kosten, manchen Berichten zufolge gar ähnlich viel wie di Maria, kenne den Spieler allerdings nicht besonders gut, weshalb ich seine Ähnlichkeit zu Robben/Ribery nicht wirklich einschätzen kann. Als sehr flexibler Rechtsfußscheint er Richtung Sanchez zu gehen.
Brahimi gefällt mir gut, wäre aber von den Genannten der Unerfahrenste und entsprechend riskanter, dafür aber wohl günstiger. Flexibler (nicht in der Sturmspitze) Rechtsfuß mit tollen Vorstößen, das Zeug für einen großen Verein scheint er jedenfalls zu haben.
Anderson kenne ich wiederum nicht besonders gut, käme aber wohl nochmal günstiger, wäre sehr jung und immerhin mit Erfahrung aus der italienischen Liga ausgestattet. Überall im Mittelfeld einsetzbar, beidfüßig, gerade als möglicher zweiter Neuzugang auf den Flüglen käme er infrage.
Fehlt von den gehandelten Lacazette, der wieder alles inklusive Sturmspitze spielen kann, bislang aber "nur" in der Ligue 1 überzeugt hat. Noch junger Rechtsfuß, der aber wohl ziemlich teuer werden würde für das mit ihm verbundene Risiko. Durch sein Alter aber eben auch mit der langfristigste Ansatz.

Im Sturmzentrum, wenn man es nicht bei einem der möglichen flexiblen Flügelspieler belässt, würde mir der erwähnte Villa ebenfalls sehr gut gefallen. Das Gehalt wäre wohl ein Stück höher als bei Pizarro, dafür würde aber auch er wieder einen neuen Typ für unser Spiel verkörpern und womöglich auch nicht über einen hauptsächlichen Platz auf der Bank meckern. Ansonsten fällt mir derzeit wenig Kostengünstiges ein, das mit ähnlicher Klasse die Rolle eines Pizarro ausfüllen könnte.

Tut mir Leid für den überlangen Beitrag, finde die Länge aber ob des Threadtitels angemessen, die Verantwortlichen werden sich da sicherlich nochmal viel detaillierter und ausartender Gedanken machen.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Mario Götze auf dem absteigenden Ast bei den Bayern

Nu ja, da MG - wie du richtig erwähntest - in unserer "Wohlfühloase" jahrelang Händchen mit Kloppo gehalten und dabei ganz nebenbei guten Fußball gespielt hat und an mehreren Titeln beteiligt war (wir erinnern uns), sollten hier doch ein paar von uns eine (zumal historisch einigermaßen fundierte) Einschätzung abgeben dürfen und sogar können.

Und, ja, man kümmere sich dauerhaft auch um andere Vereine. Allein per definitionem. Denn das ist unter anderem ein Sinnesgegenstand des wettbewerbsorientierten Profifußballs - zumal, wenn lang gediente Spieler meines Vereins nun in einem anderen Verein aufspielen. Aber lassen wir das ...

Zum Thema:

With every wish there comes a curse, um es einmal mit dem Boss zu sagen. Aus dem erfüllten Wunsch MGs, bei einem schon einige Zeit unbestritten auf höchstem Niveau agierenden Club unterzukommen, ist mittlerweile möglicherweise ein kleiner Fluch geworden. Nach hinten hin von den enttäuschten BVB-Fans (m. E. zum Teil in etwas hypertropher Attitüde) verflucht, nach vorne hin mit medial aufbereiteten Attributen versehen, die nicht immer wirklich greifen und ihm jetzt um die Ohren gehauen werden.

Ein Messi - man konnte es dieser Tage bestaunen - entscheidet selbst auf höchstem Niveau Spiele fast im Alleingang, ein MG hat dies in diesem Ausmaß nie getan, selbst in seinen besten BVB-Tagen nicht. Er konnte entscheidene Aktionen bringen, gewiss, allerdings hätte das ohne das spielerische und 'sporthistorische' Umfeld bestenfalls für das Prädikat "wertvoll" gereicht. Daraus den ebenso hypertrophen Nimbus eines "deutschen Messi" zu generieren, ist letztlich ein Werk der Medien gewesen, nicht aber Abbild der sportlichen Qualitäten eines MG.

Dabei ist jener hier seit frühester Zeit jahrelang auf ein spezifisches Konzept getrimmt worden, das dann in den Meisterjahren aus verschiedensten Gründen auch noch außergewöhnlich eingeschlagen ist. Da hatte in der Gruppe jeder über Jahre seine Rolle inne, die mehr oder weniger unbestritten blieb (was sich für den BVB in dieser Seuchensaison m. E. eben auch als Problem herausgestellt hat). Zudem hatte er einen Mentor, dem er seit Jugendtagen vertrauen konnte und der ihm vertraute. Das alles gibt Selbstvertrauen und erzeugt bei nicht wenigen Menschen (ergo auch bei Fußballprofis) schon per se ein besonderes Leistungsniveau. Man blicke nur auf die vielen Profis, die bei einem Trainer untergehen und beim anderen plötzlich höchstes Niveau spielen. Solches als vereinssportliche Kuschelpädaogik abzutun zeugt hingegen von wenig Kenntnis um die Psyche von Heranwachsenden und Spitzensportlern allgemein sowie die Wirksamkeit gelingender Motivationsarbeit.

Beim FCB ist er, der Natur der Sache gemäß, auf andere Verhältnisse getroffen. Nicht, weil der FCB böse ist oder der BVB eine "Wohlfühloase", sondern vor dem Hintergrund einer anderen Vereinskultur, anderer globaler Ansprüche und Erwartungshaltungen sowie eines inneren Konkurrenzprofils, das sich von dem des BVB sicherlich deutlich unterscheidet. Man mag zuletzt nicht vergessen, dass der FCB im Grunde genommen erst MGs zweite Station in seiner Karriere ist. Eine Wechselroutine hat er jedenfalls nicht.

Und deshalb denke ich schon, dass die Art und Weise, wie der 'Fall Götze' auf verschiedenen Ebenen (Trainer, Medien, Fans) gehandhabt wird, weder der Sache (nämlich dem Wunsch nach optimalen Leistungen) noch als Vorbild für den Umgang mit in ihrem Tätigkeitsfeld talentierten jungen Menschen dient. Gleichgültig, ob die einen ihn überhöhen oder die anderen ihn gerade auf Raten abschreiben.

Zudem widerfährt dem FCB gerade in Ansätzen das, was dem BVB und anderen vor / seit längerer Zeit widerfahren ist. Da fehlen verletzungsbedingt monatelang systemrelevante Spieler(figuren), ist womöglich bei dem einen oder anderen die Motivation nach einer wahren Titelschwemme (BL, Pokal, CL, WM) weggebrochen oder der Leistungszenit einfach überschritten, und das vom Trainerstab geformte System stellt sich an der einen oder anderen Stelle als fragil heraus, sobald mehrere solcher Faktoren zusammen kommen. Zur Krönung werden dann Spiele verloren, die man dominiert, Schiedsrichter pfleifen sich, wer weiß was, zusammen - halt Sch... am Schuh. Das Ganze natürlich bei jedem Club auf einem anderen Kader- und Anspruchsniveau.

Und in solch einer Situation gehen nun einmal auch gesetzte Leistungsträger gern einmal unter. Spieler, die unter anderen Umständen brillieren. Sicher, kann man das im Falle MGs womöglich als "Schönwetterprofitum" kritisieren; dann sollte man aber auch jene Spieler nennen, die zurzeit - wodurch auch immer begründet - nicht weniger unglücklich über das Geläuf traben. Personalien, die eigentlich über jeden Zweifel erhaben sein sollten.

Zumal MG in der äußerst unglücklichen Situation ist, dass er als 'Neuling' eben nicht auf den uneingeschränkten Rückhalt in der Fanbase und im Trainerstab zurückgreifen kann wie ein verdienter Veteran. Und so wenig, wie MG Spiele à la Messi im Alleingang zum Guten hin entscheidet, ist er davor gefeit, menschlich-allzumenschliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen und Phasen zu durchlaufen, die mitunter auch Ausdruck dessen sind, was eine übersteuerte Erwartungshaltung und womöglich falsche 'Erfolgsgewohnheiten' zeitigen. Ecce homo - sieh, es ist (nur) ein Mensch.

Fazit: Möglicherweise ist MG aus verschiedensten Gründen einfach nicht gut aufgehoben beim FCB, kann aber auch sein, dass da an der ein oder anderen Stelle die Chemie nicht stimmt, vielleicht passen auch System und Individuum zurzeit nicht zusammen - manches lässt sich beheben, anderes nicht. Ich für meinen Teil denke, ganz ohne opponierende Vereinsbrille, dass MG auf Dauer beim FCB seine Rolle einnehmen kann - jedoch nicht die, die offensichtlich manche von ihm erwartet haben.

Freitag, 1. Mai 2015

FC Bayern München und das Mario Götze Problem

Das Problem bei Götze beginnt schon 2013, nachdem sein Wechsel Publik gemacht wurde. Das hat er sich garantiert nicht gewünscht. Ich glaube bis heute nicht mal daran, dass er sich ernsthaft eine Verletzung zugezogen hat im Halbfinalrückspiel bei Real. Im Vorfeld des CL-Finals spielte eine große Portion Feigheit eine Rolle.

Der große Kämpfer ist Mario für mich sowieso nie gewesen. Wie soll er auch? Man schaue sich mal seinen familiären Hintergrund an. Der Vater ist Professor und bringt gut Kohle nach Hause. Die Jungs müssen sich um nichts Sorgen machen und spielen ihr Leben lang Fußball. Wenn man sich seine hammermäßige Perle ansieht, womit wird Mario die wohl beeindruckt haben? Jetzt wohnt der in München, in seiner 300qm-Wohnung für 8.000-10.000 € im Monat, in der mit Abstand teuersten Stadt Deutschlands, wo normale Leute aus ihren ohnehin immer schon überteuerten Normalwohnungen (!) rausgeschmissen werden aufgrund der Mietpreis-"Bremse", die die Bezeichnung nicht verdient, in Verbindung mit "Eigenbedarf". Wo musste sich der Junge, der gerade mal 22 Jahre jung ist, denn mal anstrengen in seinem Leben?

Kommen wir jetzt zu den Umständen, die er nicht kompensieren kann:
Er passt einfach in das Konzept des Trainers nicht hinein, wie sich herausstellt. Er gehört zentral hinter eine Spitze, wie Lewi. Das hatte er sich bei den Gesprächen mit Pep sicher anders vorgestellt - jeder von uns musste davon ausgehen, dass Pep ihn sehr wahrscheinlich verbessern und auf ein anderes Niveau führen würde. Jetzt hat sich alles mehr oder weniger als Irrtum herausgestellt. Hinzu kommt der wahnsinnige Druck, der seit seiner Ankunft in München auf ihm lastet. Javi hat diesen besser wegstecken können, was einfach auch an seiner Rolle bei Jupp Heynckes lag, der bei ihm immer auf einer ihm entgegen kommenden Position gespielt hat. Wir wissen alle, dass Pep hingegen es mit Menschenführung nicht so hat.

Ehrlich gesagt, ist das für mich kein Wunder, dass ein Junge wie Götze dann einbricht. Er ist halt kein Kerl wie Boateng oder Pogba, die aus ganz anderen finanziellen und gesellschaftlichen Verhältnissen kommen. Zum Teil spielt da auch der genetisch mitgegebene Charakter eine Rolle. Man kann hier nur hoffen, dass Pep sich anpasst, oder dass ein neuer Trainer kommt, der ihn da aufstellt, wo er hingehört.