Donnerstag, 16. April 2015

Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt verlässt den FC Bayern München

Ich möchte mal das Thema "Rücktritt der medizinischen Abteilung" sowie die zahlreichen Verletzten bei uns aufgreifen und eine andere Sichtweise anbieten.

Ganz allgemein gesprochen hat der FCB einen Kader der einige Stammspieler auzfweist, die im Laufe ihrer Karriere ordentlich einstecken mussten und deshalb auch chronische Probleme entwickelt haben, welche die Anfälligkeit für Folgeverletzungen erhöhen (Vorschädigung, Schonhaltung, unrunder Bewegungsapparat, etc.). Dies bedingt ganz allgemein betrachtet eine statistisch größere Anfälligkeit für weitere Verletzungen im Gesamtkader, welche aus objektiver Sicht berücksichtigt werden sollte.

Dann wissen wir alle um das recht anstrengende Programm steter englischer Wochen, die gesamte Saison hindurch plus der ganzen Abstellungen für die Nationalmannschaften. Das ist ein recht forderndes Programm, welches einen breiten Kader zum Zwecke der Rotation/Regeneration geradezu erzwingt, damit eine lang anhaltende hohe Belastung nicht zu mentalen Ermüdungserscheinungen samt steigender Verletzungsgefahr führt. Fallen allerdings diverse Spieler länger aus, resultiert eine unerwünschte Überlastung des Rest-Kaders, welche sich dann eben zwangsläufig wiederum in einer größeren Verletzungswahrscheinlichkeit (wie auch individuellen Fehlern im Spiel) manifestiert.

Ein weiterer spezifischer Punkt betrifft unsere enorm physisch agierende Bundesliga, in der mittlerweile etwa 15 Mannschaften das verschärfte Pressing gekoppelt mit einer überaus hohen physischen Intensität und daraus resultierender Häufung grenzwertiger Zweikämpfe bevorzugt. Diese Taktik ist regelrechtes Gift für die Gesundheit.
Da spielen oftmals nur winzige Sekundenbruchteile eine wichtige Rolle, ob es nun ein völlig sauberer Zweikampf wird, oder ein relativ hartes Foul. Das ist nicht einmal böse Absicht, sondern das logische Produkt dieser andauernden Hetzjagd und dem permanenten Herbeiführen grenzwertiger Situationen. Kein Spieler ist dazu in der Lage diese Intensität auf maximalem Niveau über 90 min aufzubieten, ohne fahrig und nachlässig zu werden, da sowohl die konditionelle Erschöpfung, wie auch die mentale Ermüdung zeitgleich damit einhergehen. Clubs mit vielen Nationalspielern und CL Belastung weisen nicht grundlos eine ungewohnt hohe Verletzungsquote auf (siehe bspw. S04, BvB, FCB, usw.).
Die Bundesliga frißt sich in meinen Augen in gewisser Weise gerade selbst, denn das Streben nach maximaler Intensität in punkto Sprints, Laufleistung und ZWK-Intensität führt nunmal zwangsläufig zu körperlichen Auswirkungen, die sich in anderen Top Ligen nicht in dieser radikalen Form zeigen. Dort wird viel weniger intensiv gepresst und man sieht auch sehr häufig passive Abwehrreihen, die erst ab 40 Meter vor dem eigenen Tor die Arbeit aufnehmen und den Gegner ansonsten relativ ungestört sein Spiel aubauen lassen. Klar gibt es auch Ausnahmen, aber es wird nicht mal ansatzweise diese enorme Dichte von Clubs mit höchster physischer Intensität erreicht, wie sie hier in der Bundesliga mittlerweile zur Norm geworden sind.

Betrachtet man nun die Quersumme dieser obigen Punkte und lässt sie eine Weile auf sich wirken, dann dürfte eigentlich klar werden, dass unter solchen Umständen die Regenerationsphasen und Rehabilitationsdauer nach Verletzungen zunehmen, da ein erschöpfter Körper/Geist nunmal länger zur Erholung benötigt, als ein frischer.

Aus meiner Sicht ist der aktuelle Bruch zwischen Trainerstab und medizinischer Abteilung ein Alarmsignal für die de facto Überforderung der Verantwortlichen, mit der Quersumme all dieser widrigen Umstände umzugehen, denn man steht permanent unter enormem Erfolgsdruck, welcher sich in psychisch grenzwertigen Situationen schnell entladen kann. Dahingehend sehe ich Pep als erfolgsbessenen Getriebenen, der sich ohnmächtig fühlt, wenn er mit einem merklich angewachsenen Lazarett seine Ziele massiv gefährdet sieht. Das ist er in dieser Form nicht gewohnt und das führt dann auch zu Verzweiflung und der Suche nach einem Schuldigen, was wahrscheinlich intern einiges Porzellan zerlegt hat. Aber es ändert eben auch nichts an den obigen Punkten, welche eigentlich ursächlich sind und waren.

Ich sehe unsere medizinische Abteilung überhaupt nicht als kritikwürdig an, sondern es sind die Umstände, welche die Gesamtsituation derart eskalieren lassen. Deshalb sehe ich MW auch nicht am Pranger und habe zeitgleich auch Verständnis für den enorm verzweifelten Pep. Aber wenn im zwischenmenschlichen Umgang große Gräben entstehen und wenn es zu oft richtig scheppert, dann kann auch eine derartige Reaktion, wie die unseres gesamten medizinischen Stabes passieren.
Da ist einfach die Gelassenheit verloren gegangen und man ging sich am Ende nur gegenseitig an die Gurgel.

Es wäre wohl besser gewesen, meine obigen Punkte im Club mal längerfristig objektiv zu analysieren, damit das Verständnis für die Risikofaktoren/Ursachen wächst und man sich der merklichen Unterschiede zwischen deutscher und spanischer Liga, wie auch der Bedeutung relativ vorgeschädigter Spieler bewusst wird. Ja, Bayern spielt keinen Hyänen-Fußball, aber wer permanent gegen diesen Fußball ankämpfen muss, der bezahlt dies eben auch mit eigenem Verschleiß, welcher wohl einen breiteren, wie auch durchschnittlich jüngeren Kader erfordert, um dieser hohen Intensität standhalten zu können.

Wir können diesen Bruch zwischen Trainer und Arzt nicht ändern, aber ich glaube der FCB wäre fortan besser beraten zunehmend auf das biologische Alter, die Krankenakte und die relative Fitness und die Regenerationszeiten bei der Kaderzusammenstellung zu achten. Ich glaube nicht, dass ein Spieler in seinen Dreißigern, der um die 200 internationale Spiele (Club & N11) in den Beinen hat, noch so regenerieren kann, wie ein jüngerer Spieler Anfang/Mitte 20.

Diesem Gedanken folgend, wäre es wohl perspektivisch ratsam, ältere Spieler wie Pizarro, Alonso, Dante, Schweinsteiger und Ribery einem Generationswechsel zu unterwerfen und durch Spieler im besten Alter und ohne derartige Krankenakten samt der Langzeitfolgen zu ersetzen. Warum sich das aber derart zu Lasten der Mediziner derart hochschaukeln musste, ist sehr bedauerlich und schadet dem FCB.

Samstag, 11. April 2015

Was Borussia Dortmund von den Bayern lernen kann!

Wenn man etwas von den Bayern lernen kann, dann ist es die schonungslose Saisonanalyse nach Verfehlung der eigenen Ziele. Da sollte man vielleicht bei uns auch ansetzen.
Die Frage wird sein, was man will. Den Kader rigoros umstrukturieren? Wäre erstmal die Frage wie sich das wirtschaftlich darstellt. Denn wenn man wirklich Spieler verpflichten will, die uns kurzfristig weiter bringen, selbst bei hohen eigenen Transfererlösen, müsste man ja auch die Weichen auf ein sicheres Erreichen Der CL Plätze stellen. Ein weiteres Jahr ohne CL Einnahmen wäre in dem Rahmen wohl nicht zu stemmen.
Oder man geht den unteren Weg und baut um Gallionsfiguren wie Reus, Sahin, Gündogan, ... ein entwicklungsfähiges junges Team auf, dem man auch die nötige Zeit und Ruhe lässt. Notfalls auch auf Kosten namhafter Abgänge.
Ich selbst möchte gerne wieder so eine Saison 12/13 erleben, wo uns halb Europa um das Team beneidet hat, was mit spektakulärem Offensivfußball jede Menge neue Fans gewonnen hat.
Aber so schön die Vergangenheit ist...
Wir brauchen neue Impulse. Die Qualität mancher Spieler ist ja da, aber man muss auch erkennen, das unsere Probleme nicht mit einem neuen Spielmacher und einem neuen Stürmer gelöst sind. Die spielerische Komponente und Ideen müssen von mehr als einem Spieler kommen.
Ein gutes Beispiel ist Leverkusen. Die halten das Spiel breit, und bekommen durch ständige Bewegung auch ihre Räume. Aber dafür braucht man auch offensiv spielstarke Aussenverteidiger. Die haben wir nur bedingt. So gut Großkreutz, Durm, Schmelzer, und mit Abstrichen Pisczek auch sein mögen, etwas nach vorne bewegen können Sie nicht wirklich.
Wenn man z b einem Mkhytarian etwas Raum und einen schnellen Ball gibt, wird er seine Qualität auch auf den Platz bringen. Daher denke ich, dass die Qualität im Mittelfeld stimmt. Die Rahmenbedingungen müssen angepasst werden.
Fazit: wenn man Jonas Hofmann und Mo Leitner wieder im Kader hat, muss man gucken wer den Weg weiter mitgehen will. Wenn man Gerüchten Glauben schenkt und Hummels und Gündogan auf dem Sprung sind, wäre dass ein derber Schlag und Chance zugleich.
Fest steht für mich, dass es für Jojic, Großkreutz, Immobile wohl keine Zukunft in Do gibt. Ein Fragezeichen steht hinter Schmelzer, Ramos und Weidenfeller, bzw auch hinter Leitner, da ich von ihm keine großen Dinge erwarte.
Was wir brauchen sind zwei gelernte defensiv/ offensivstarke Aussenverteidiger, jeweils links bzw rechtsfüßig. Einen Ersatz für Sebastian Kehl, und evtl einen Nr1 Torhüter. Alles andere hängt von den Abgängen ab.

Der BVB Code ist entschlüsselt

Zuerst einmal bin ich keinesfalls ein Experte was Taktik im Fussball angeht aber ich kann mir eine Meinung bilden und sie auch vertreten. Aus diesem Grund krame ich mal diesen Thread hier hervor und will euch mal kurz meine Sichtweise erklären warum es diese Saison einfach nicht läuft und warum ich der Meinung bin das Buvac einer der Gründe wenn nicht gar der Hauptgrund ist...

Ich sehe in vielen Spielen der Borussia kämpfende und aufopferungsvolle Spieler die versuchen Alles rauszuhauen um einen Sieg einzufahren. Keinesfalls sind Schmelle, Mhiki oder Neven die Schuldigen an der Krise. Auch keiner der anderen ist DER Eine und ich hoffe wir können das in einer Diskussion als Grundlage nehmen. Ich lege euch folgende These auf den Tisch:

Der BVB ist per se ein international konkurenzfähiger Verein und hinter Bayern die treibende Kraft des deutschen Fussballs der letzten Jahre.

ABER:

Der BVB ist in allen Mannschaftsteilen (offensiv wie defensiv) ein offenes Buch und zu einfach zu lesen!

Und das ist die Schuld von Buvac! Ohne wenn und aber, da nehme ich Klopp mal ein wenig aus der Schußlinie. Das ist mir heute nach dem Spiel gegen Gladbach mehr als klar geworden...
Nehmen wir zuerst die Defensive. Der BVB verteidigt sehr hoch, egal gegen wen wir auflaufen... Zudem ist Mats die Schaltstelle wenn es um langsamen Spielaufbau von hinten raus geht. Da er sich oft nach vorn orientiert steht Neven/Socke als "letzte Instanz" gelegentlich auf verlorenem Posten zumal die Anfälligkeit für individuelle Fehler momentan sehr hoch. Ball nach hinten und anlaufen klappt gut genauso ein Dribbling um den Zweikampf aus dem Weg zugehen. Das kann unsere Defensive eigentlich gut aber heute habe ich wieder mal feststellen müssen das keiner der Drei IV's mal in den Zweikampf geht und vielleicht auch mal ne gelbe Kassiert... Wann hat einer unserer IVs zuletzt mal Gelb gesehen. Ich habe das Gefühl mal will den Titel als fairste Mannschaft holen aber für den gibt's GAR NICHTS! Einfach mal auf den Mann gehen, ein Fouls ziehen mal Bissigkeit bis zum Körperkontakt und nicht nur mal den Körper zwischen stellen. Wie oft lassen sich die Jungs abkochen weil man wie ein Mädchen zum Mann gegangen ist statt mal robust zu verteidigen.

Unsere AVs sind der nächste Punkt. Defensiv stabil aber in ihren Aktion extrem einfach. Lauf an der Linie nach vorn, Flanke in die Mitte und zurück zur Abwehrarbeit, dann wieder von vorne. Sicherlich ist Schmelle nicht der Edeltechniker aber mal Zug zur Mitte, mal versuchen aus der Mitte heraus auf die andere Seite zuspielen oder einfach mal langsam und ohne OneTouch in den Strafraum ziehen um mal abzulegen. Bestes Beispiel war hier das 1:3 von Ilkay. Dudziak geht, geht, geht schaut und wartet, Pass auf Ilkay (nicht die erwartete Anspielstation aber dazu gleich noch mehr) und Tor. Mag sein das Gladbach schon abgeschaltet hatte aber es zeigt was möglich ist wenn man mal "was anderes" macht.

Defensives Mittelfeld. Hier fehlt Nuri. Er mag nicht die Ideallösung sein aber er spielt auch mal einen anderen Fussball wenn es nicht läuft. Manni und Kehl sind Abräumer und sollten als eben solche auch spielen, mehr zur IV orientiert und den Ball klären. Aber da ist wieder das Problem des "nicht foulens". Zu oft gehen beide irgendwie lasch ran. Bloß kein Foul, lieber versuchen Ball zu erobern und umzuschalten aber das kann keine Lösung sein wenn der Gegner nicht so hoch verteidigt wie der BVB. Ilkay ist mehr der verspielte. Als er zu Beginn der Rückrunde mal den ein oder anderen Distanzschuss abgefeuert hat, hat er mir gut gefallen. Wenn die Lösung nicht spielerisch machbar war dann vielleicht ein Abpraller oder eine mögliche Ecke. Aber zuletzt wieder vermehrt den Ball vor dem 16er abgespielt und versucht außenrum zu kommen. Er hält den Ball mal, aber ich verstehe nicht wieso er nicht den Ball hält, lässt mal einen Gegner kommen, zieht vorbei, 1-2 weiter Gegenspieler orientieren sich zu ihm und er reisst Lücken, dann der Pass in die Spitze oder auf die Außen für eine schnelle Flanke. Zu oft kommt der Ball auf die Außen und von da wird in die Mitte gezogen nur um dann wieder die DM's anzuspielen. Berechenbar. Mehr nicht... Abschluß aus der zweiten Reihe oder Zug zur Grundlinie und Flanke auf den 2. Pfosten. Gibt's beim BVB nicht, brauchen sich die Gegner nicht drauf einstellen. 90% der Dinge die unsere DM's machen erkennt man schon im Ansatz. Läuft der Gegner an? Selten. Wozu? kommt eh der Pass auf die Außen, Pass in die Spitze? Unwahrscheinlich.

Unsere offensiven MF sind auch oft berechenbar. Nur Marco bildet da die Ausnahme. Er hat diverse Lösungswege im Kopf nur scheitern diese oft an der taktischen Beschränktheit der Mitspieler. Er spielt sehr oft mit Schmelle einige Stafetten aber der zieht nie in die Mitte und sucht den Abschluß oder zieht in der Mitte 2-3 Gegner auf sich um dann Marco außen anzuspielen wenn man ihn allein lässt. Das sah mit Kampl zumindest im Ansatz ganz brauchbar aus denn der ist beidfüßig zu gebrauchen. Hoffe das Durm wieder besser rein kommt, denn ihn sehe ich technisch versierter an um mit Marco auch mal schnell zu spielen. Die anderen im MF sind lesbar. Mhiki mit seinen Spurts durch die Mitte. Kuba mit Zug zum Flügel, er flankt gelegentlich aber sucht häufig nur den Zug in die zentrale um per Doppelpass den Abwehrriegel zu knacken. Er sucht mir obwohl Rechtsfuss, zu selten mal einen Abschluß. Mal einen Schlenzer auf's kurze Eck oder ein Pass von der Grundlinie zum RV und dann mal den Weg in die Mitte suchen. Am besten macht es noch Kagawa, der ist im MF zentral der Kreativste. Doppelpass, Chip, Abschluß, Steil schicken. Er hat eine Idee aber keinen der sie auch mitmacht.
Das Grundproblem ist aber das typische BVB Spiel, kurz und schnell durch die Mitte kombinieren, OneTouch sehe ich zu oft. Gegen 8 Leute im gegnerischen klappt das nicht und ist einfach zu verteidigen. Man hat das Gefühl die Taktikvorgabe ist so limitiert das sich keiner traut mal anders zu handeln. Mal was unkonventionelles machen, seit den Jahren 2010/2011 hat man begonnen den BVB zu enträtseln und Buvac macht gar nichts. Das System BVB funktioniert ohne Frage nur muss es modifiziert werden. Selten dominiert uns ein Gegner, sie stehen einfach nur taktisch klug und nutzen ihre wenigen Chancen dann weil genau das die Trainer der anderen Mannschaften so wollen. Juve, Bayern und heute Gladbach. Keiner hat sich wirklich anstrengen müssen um uns zu besiegen, sie haben es Alle samt nur richtig, richtig schlau gemacht. Wenn man es googlet finden man bestimmt ein 20-seitiges PDF in dem genau steht wie der BVB bei welcher Aufstellung zu schlagen ist. Ich denke das war auch die Idee hinter Ciro und Ramos, aber die beiden sind einfach nicht drin. Man hat versucht das System BVB taktisch zu ändern aber scheiterte früh als sich zeigte, dass mit Auba einer im Kader ist mit dem es "wie früher" funktioniert. Wie lang hat es gedauert bis sich die BuLi darauf eingestellt hat? 6 Spieltage? Lächerlich, man hätte einfach weiter mit Ciro und Ramos abeiten sollen damit auch die taktischen Variablem greifen. Aber nein, man verfällt lieber in alte Muster und lässt sich vorführen wie man mit wenig Aufwand den BVB besiegt...

Wenn das alles ist was unser "taktisches Genie" drauf hat dann sind wir ins Mittefeld verdammt. Da sollte man ansetzen. Wir reden immer von WZK aber hier sehe ich eher Handlungsbedarf. Wieso nicht mal einem jungen ehemaligen Spieler zum Co-Trainer machen? Da liegt der Hase im Pfeffer und nicht an der Leistung der Mannschaft, denn auch im Zusammenspiel sehe ich (in letzter Zeit leider häufiger) weniger das Problem. Das das mit Ramos oder Ciro nicht klappt liegt einfach daran das nicht daran gearbeitet wird sondern man erkannt hat das Auba die Lösung sein soll mit dem das alte BVB-System klappt. Bis zum Spiel gegen Juve... Denn das einzige was man drauf hat wenn Auba auf dem Feld ist sind lange Pässe auf ihn... Bei Ciro oder Ramos ist das nicht so, denn die können anders. Sie dürfen halt nicht...

Lange Rede kurzer Sinn: Die taktische Marschroute muss sich um 180° drehen. Der BVB ist die Mannschaft die komplett ausgelesen ist und das muss sich ändern. Nicht der Trainer und nicht einzelne Spieler gehören ausgetauscht sondern die Abteilung Taktik sollte man KOMPLETT neu besetzen und den Umbruch GENAU DORT beginnen!

Montag, 6. April 2015

In Gedanken bei Mario Götze

Es ist zumindest sinnvoll, daran zu erinnern, daß Götze 22 ist und daß andere Meister auch nicht vom Himmel gefallen sind. Über Götze kann man diese Saison imho so wenig sagen wie über das Team ingesamt: Der wahre Test steht noch aus, weil es bislang niemals wirklich um die Wurst ging. Der Vorsprung in der Liga war schnell so groß, daß man es sich bei jedem unbequemen Spielverlauf sofort darauf bequem machen konnte. In der CL lief die Vorrunde auch optimal: Erst der Duselsieg gegen City - das war in der Hinrunde noch das "wichtigste" Spiel -, dann unser Sieg in Moskau bei Unentschieden im Parallelspiel und anschließend das 7:1 in Rom. Fünf Punkte Vorsprung nach drei Spieltagen. Das war am 21. Oktober; anschließend Heimsieg gegen Dortmund, und am 22. November hatte man in der Liga auch schon sieben Punkte Vorsprung auf Wolfsburg. Seither läuft das imho im wesentlichen im Freundschaftsspiel-Modus ab. Wirklich drauf an kam es nur im Donezk-Rückspiel. Aber selbst das kann man praktisch nicht zählen, weil da alles von Anfang an derart optimal lief, daß man nicht weiß, ob es die Stärke der Mannschaft war oder der Spielverlauf. Die Phase, in der es darauf ankommt, fängt am Mittwoch an. Einstweilen ist eine Bewertung von Götze persönlich und der Mannschaft ingesamt schlechterdings noch nicht wirklich möglich. Da greift bislang der Satz vom guten Pferd, das nicht höher springen muß.

Donnerstag, 2. April 2015

Kritische Betrachtung der Kaderplanung von Borussia Dortmund

Im Sommer konnte man davon ausgehen, dass man erstmals überhaupt 2 spielstarke, gesunde ZM im Kader hat. Außerdem schien Jojic auf einem guten Weg. Was wäre also logisch gewesen? Mit viel Geld nochmal in diese Position zu investieren, die aus damaliger Sicht eigentlich gut besetzt schien? Vor allem, da es die letzten Jahre mit einem offensiven und einem defensiven Sechser hervorragend lief. Man hatte also für eine Planstelle 3, mit Kirch sogar 4 Spieler.
Die Behauptung, ein Bender oder Kehl wären nicht mehr zeitgemäß und es bräuchte zwei spielstarke Sechser, kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen. Es kommt mir eher wie ein Strohhalm vor, an den sich manche klammern. In der Hinrunde lief es mit Kehl spieltechnisch sehr gut, nur die Ergebnisse stimmten nicht.

Der Vergelich mit München passt m.M.n sowieso nicht, weil dort nur Kroos durch Alonso ausgetauscht wurde. Aber auch dort merkt man langsam, dass Schweinsteiger und Alonso gar nicht so gut zusammen funktionieren und sehnt sich Martinez Rückkehr herbei. Ist er auch nicht mehr zeitgemäß?

Das Problem an der Planung ist doch, dass man Jojic erst verständlicherweise einplant nach der Rückrunde, dann aber komplett fallen lässt ohne das es dafür einen Grund gibt.

Warum wurde Jojic quasi die letzten 3-4 Monate aussortiert? Es gibt davon keine leistungstechnische Begründung, er war nicht schwächer als andere in der Krisenzeit und das als immer noch Neuling.

Wenn ich den Spieler so demontiere dann plane ich eben eindeutig falsch.

Das es die letzten Jahre hervorragend lief stimmt auf letzte Saison auch nur teilweise und das weißt du auch genau. Es war schon spätestens in der Vorsaion zu bemerken, dass ein Duo aus Kehl-Bender gegen pressende Gegner komplett ins schwimmen gerät, dass haben hier auch damals schon genügend User gesagt.

Von einer Vereinsführung die auf aller höchstem Niveau arbeitet, muss man dann doch auch erwarten können, dass sie solche Trends wie sie es damals noch waren sehen und darauf reagieren, weil sie davon ausgehen können das sich die Liga eben weiterentwickeln wird und das eine Schwachstelle unseres Kaders und unserer Ausrichtung ist. Man hat es aber ignoriert, genau wie du es hier quasi tust, hat gehofft das sich keiner verletzt oder das die anderen Mannschaften eben nicht gut arbeiten, statt sich weiterzuentwickeln. Nun ist eben das Worst-Case-Szenario eingetreten, es verletzten sich zeitgleich die wichtigen Spieler und die Bundesliga entwickelte sich taktisch nochmal ne ganze Ecke weiter, so das die eigenen Defizite eklatant ans Tageslicht befördert wurden.

Und nochmal weil du die Vergangenheit ansprichst, gerade in der letzten Saison lief es ja bei uns komischerweise auch dann erst richtig gut, als man vom 4-5-1 weg ging und Spieler wie Sahin, Jojic und Kirch teilweise gemeinsam auf dem Platz stellte und eben keine Kehls, Großkreutz oder Benders zwinker.

Kehl spielte in der Tat in der Hinrunde noch mit einer akzeptablen Leistung, die viel aber inzwischen komplett ab. Jetzt sag du mir, wie realistisch ist so eine Planung dann, wenn man schon im voraus genau wusste das er Schwankungen haben wird und auch verletzungsanfällig ist? Das war doch einfach nur ein Tanz auf der Rasierklinge, kann gut gehen, kann aber genauso gut komplett in die Hose gehen wenn Kehl genau dann spielen muss wenn er im tief feststeckt.

Wenn man 60 Millionen ausgeben kann, dann kann man das auch mal klüger machen und besser investieren. Wie viele haben hier letzte Saison schon gesagt, dass Auba mal im Sturm spielen soll? Man hätte das gegen Ende der Saison problemlos testen können, die CL war sicher, wäre mit Auba auch nicht in Gefahr gewesen und ob Lewy dann sauer geworden wäre, wen interessiert es?

Dann hätte man gewusst das Auba das kann, was auch so jedem eigtl klar war und hätte sich Ciro und 18 Millionen sparen können und diese ins ZMF investieren können.

Man hätte dann problemlos mit Sahin + neuen ZMF planen können, weil man ja sah das es mit den kreativen Spielern in der Rückrunde viel besser lief, man hätte Gündogan dann aufbauen können, hätte Jojic, Kirch, Kehl und Bender in der Hinterhand gehabt, so wäre das 4-4-2 problemlos umsetzbar gewesen und man hätte es vllt auch trotz der Verletzungen im Herbst weiter umsetzen können, statt wieder zum 4-5-1 zu wechseln.

Das gleiche auch bei Hofmann. Hier haben genügend Leute im August die Leihe für kritisch befunden, eben weil Kuba noch nicht fit und Reus lange verletzt war und haben zu diesem Zeitpunkt wo das Theater des Herbsts noch gar nicht ersichtlich war angeführt, das es bedeutend cleverer gewesen wäre Hofmann zumindest bis zum Winter zu halten, bis die anderen Spieler wieder fit sind und sich die Nach-WM wehen gelegt haben.

Nur durch diese zwei Änderungen hätte man sich im Sommer schon komplett anders und besser aufstellen können. Man hätte 2 Spieler mehr für das 4-4-2 gehabt, hätte das System später im Herbst null ändern müssen und hätte im Sturm mit Ramos, Auba, Reus, Mkhi und Ji auch genügend Alternativen gehabt.

Der Vergleich mit Bayern und Alonso ist insofern auch nicht zielführend, weil du dir damit selber ins eigene Fleisch schneidest. Bayern holte Alonso, weil mit Martinez und Schweinsteiger 2 defensive aufbauende Anker fehlten, die Alonso überbrücken sollte. Das jetzt Schweinsteiger und Alonso fit sind und sich schneiden spielt da ja keine Rolle, man müsste halt nur konsequent zw. beiden rotieren und sie nicht gemeinsam aufstellen wollen. Das Ziel war es den Ausfall von den beiden oben genannten Spielern abzufedern und das hat Alonso in der Hinrunde als alleiniger "6er" doch prima gemacht. Allein damit hat sich der Transfer für Bayern schon rentiert.

Umgemünzt auf uns heißt das doch nicht das wir einen zweiten Sahin hätten holen sollen der mit diesem zusammen sich auf dem Platz schneidet, genau wie übrigens auch Kehl und Bender zusammen, sondern eben einen dynamischen flexiblen 8er wie Gündogan. Anders als bei der Bayern Problematik die siehe oben in meinen Augen nur eine aufstellungstechnische ist, könnte man bei uns problemlos mit Sahin + Gündogan + flexibler ZMF zusammen spielen, was auch gerade im 4-4-2 der Rückrunde und des Sommers sinnvoll gewesen wäre, hätte aber auch problemlos rotieren können wenn Gündogan wieder fit geworden wäre, was man aber im Sommer Aufgrund der Fakten der letzten Saison gar nicht einplanen konnte.

Selbst ein Mittelfeld aus Gündogan + ZMF als alleinige 8er wäre sinnvoll gewesen und hätte uns die letzten Wochen enorm geholfen, da wir in der Liga nicht unbedingt einen defensiven aufbauenden "6er-Anker" wie Sahin benötigen.

Da wurde eben einfach sehr vieles sehr leichtfertig verbockt im Sommer und wenn man sich die Aussagen der letzten Wochen anschaut, dann sehe ich da weiterhin nicht die Einsicht das man selber die Fehler begangen hat, dass man die dringend nötige Eigenkritik an den Tag legt, sondern sehe nur das man die Schuld bei anderen = den Verletzungen, den Gegnern, dem Pech sucht und seine eigene Kaderpolitik wie Watzke vor paar Wochen im Dopa noch feiert.

Klar kann das alles nur Politik nach außen sein, aber mit Blickwinkel auf die Vergangenheit ist es doch viel wahrscheinlicher das man nach außen kommuniziertes auch genauso oder so ähnlich meint und sich eben nicht intern komplett hinterfragt und eine radikale Kurswende im Sommer einschlägt.

Ganz blöd wird das ganz aber dann, wenn man wirklich in zweiter oder dritter Saison in Folge die falschen Schlüsse zieht, während andere Vereine schon im letzten Sommer die richtigen Schlüsse zogen und diese im Sommer erneut ziehen.

Der Vorsprung der letzten Jahre ist Stand heute doch quasi komplett aufgebraucht und das trotz massiver (Fehl-) Investitionen. Leverkusen, Wolfsburg und Gladbach sind dran oder auf Augenhöhe und bei Schalke sieht es auch nicht viel schlechter als bei uns momentan aus. Dazu ist die Liga taktisch enorm weiter gereift, da kann fast jeder inzwischen genau das Spielen was uns vor enorme Probleme stellt, während niemand mehr offen gegen uns spielt und uns ins Messer läuft.

In Zukunft wird sich dieser Trend kaum umkehren, im Gegenteil, Leverkusen bekommt einen Nationalspieler wie Kramer der perfekt passt umsonst zurück, Gladbach bekommt mit Stindl einen günstigen Ersatz und beide werden dank der CL Millionen der nächsten Saison nochmal gut einkaufen und sich verbessern können, während beide Vereine gleichzeitig zwei gute taktische Trainer an der Seitenlinie stehen haben.
Bei Wolfsburg ist es das gleiche, da läuft alles super und die können problemlos noch 2-3 gute Spieler im Sommer dazu holen und werden es wohl auch tun wie die letzten Transferperioden mit guter Arbeit gezeigt haben.
Bei Schalke muss man gucken was dort passiert, generell haben sie aber gute Optionen dank ihrer Talente um Stück für Stück weiter ranzurücken oder mitzuhalten.
Selbst der Chaosverein HSV kriegt es im Sommer wohl hin mit Tuchel einen super Trainer zu bekommen, der dazu noch für 25 Millionen shoppen darf.

Als Fazit kann da nur unterm Strich übrig bleiben, dass die Liga nicht stagnieren wird, sondern im nächsten Jahr nochmal taktisch und auch von den Spielern stärker werden wird, während bei uns die Notwendigkeit für einen Wandel der eigenen Politik scheinbar immer noch übersehen oder klein geredet wird.

Im schlimmsten Fall wiederholt sich das ganze Chaos dieser Saison aufs neue und man verspielt endgültig den Vorsprung den man sich die letzten Jahre aufgebaut hat und fällt hinter die genannten Teams zurück und wird es in Zukunft schwer haben Platz 1-4 zu erreichen, was nicht der Anspruch der klaren Nummer 2 Deutschlands was die Finanzen und den Kader anbelangt sein kann.