Sonntag, 31. Mai 2015

Horst Heldt: Die Analyse, ein kleiner Mann ganz Groß

Horst Heldt - Die Analyse
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Transfers
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11/12
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Zugänge:

Christian Fuchs (3,8)
Marco Höger (1,5)
Teemu Pukki (1,5)
Obasi (Leihe, 0,5)
Ralf Fährmann (0,0)
Ciprian Marica (0,0)
Timo Hildebrand (0,0)

Abgänge:

Manuel Neuer (30,0)
viele Magatheinkäufe

Trainer:

Start mit Ralf Rangnick, dann übernahm Huub Stevens nach Ralfs Erkrankung.

Bewertung:

Horst Heldts erste Transferperiode war sehr undankbar für einen Manager. Er hatte kein Geld zur Verfügung um die zahlreichen Wünsche Ralf Rangnicks bedienen zu können. Dieser wollte sogar notfalls Huntelaar loswerden um sich einen Wunschstürmer (Cissé glaube ich) holen zu können. Zudem war der Kader völlig aufgebläht. Auf der Abgangseite schaffte es Heldt zumindest einige Spiele von der Gehaltsliste zu bekommen indem er sie verlieh. Bei den Verhandlungen mit den Bayern um Manuel Neuer handelte er dagegen Modalitäten heraus die sich im Nachhinein als äußerst lukrativ herausstellten. Öffentlichkeitswirksam wollten die Bayern auf jeden fall weniger als 20 Millionen bezahlen, so konnte Heldt die erfolgsabhängige Ablöse enorm hochschrauben und Schalke verdiente 30 Millionen (oder mehr) an Ablöse für einen Spieler mit nur noch einem Jahr Vertrag.

Die beiden Verpflichtungen von Fuchs und Höger schlugen dafür richtig gut ein. Fuchs spielte 11/12 direkt seine beste Runde bei uns, war einer der gefährlichsten Außenverteidiger der Liga und schaffte es zurecht in die kicker-Rangliste. Höger spielte den berühmten 12. Mann ebenfalls sehr gut. Pukki dagegen war ein schlechter Transfer, zwar enorm stark im Konterspiel, aber Schalke ließ selbst in den größten Kontersituationen doch lieber den Hunter auf dem Feld. Gut auch die Entscheidung auf Fährmann als Rückkehrer zu setzen und keine 10 Millionen für einen Ersatzmann (Trapp war im Gespräch) auszugeben als sich die Vereine schon aufgrund der Neuer-Millionen die Finger leckten. Marica und Hildebrand kamen als Notnägel für kleines Geld und waren in Anbetracht der Umstände jeweils die richtigen Transfers. Zunächst Obasi auszuleihen um in den Vertragsverhandlungen nicht vollends von Farfan abhängig zu sein war ebenfalls ein kluger Schachzug, katastrophal jedoch offenbar die Bewertung was seine Fitness und den Krankenstand angeht. Man hätte Obasi niemals fest verpflichten dürfen, für mich ein ganz ganz dickes Minus für Heldt (und alle die da sonst beteiligt waren also Huub Stevens und medizinische Abteilung).

Auf der Trainerposition hat Horst Heldt ALLES RICHTIG gemacht. Zunächst schaffte er es Ralf Rangnick nochmal an Bord zu holen. Dann reagierte Heldt schnell und holte mit Stevens in einer schwierigen Situation (Anfang der Saison, kaum jemand auf dem Markt, notwendigkeit einer sofort funktionierenden Lösung) den zu 100% richtigen Trainer. Einzig ob man am Ende der Saison Stevens hätte ersetzen sollen war eine "so oder so" Entscheidung.

12/13
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Zugänge:

Chinedu Obasi (4,0)
Raffael (Leihe, 1,0)
Michel Bastos (Leihe, 1,0)
Ibrahim Afellay (Leihe, 0,5)
Tranquilo Barnetta (0,0)
Roman Neustädter (0,0)

Abgänge:

Lewis Holtby (1,8)
Jurado (Leihe, 1,5)
Magath-Altlasten
Raul (0,0)

Trainer:

Stevens bis kurz vor Ende der Hinrunde, dann Jens Keller (vormals U17 Trainer).

Bewertung:

Auch in der zweiten Spielzeit waren keine großen Sprünge möglich. Heldt verpflichtete daher schon recht frühzeitig Barnetta und Neustädter jeweils ablösefrei. Auch wenn Barnetta nicht einschlug sehe ich das als einen guten Transfer an. Neustädter dagegen schlug direkt vollkommen ein und spielte eine ganz starke Hinrunde. Auch Afellay schlug ein, bis er sich verletzte. In diese Saison fällt auch der Beginn der Schalker Verletztenmisere, dazu kam der Abgang von Lewis Holtby (bisher der einzige Spieler der Schalke in den letzten Jahre gegen unseren Willen verlassen hat). Für die Rückrunde musste also Heldt einen 10er finden, der zudem kein Geld kosten durfte. Gefunden hat er Raffael, der uns dann gemeinsam mit Draxler in die CL-Teilnahme schoß. Bastos funktionierte als Afellay-Ersatz so la la. Insgesamt hat Heldt damit in zwei Jahren nur Kleckerbeträge in Spieler investieren können und einige Verstärkungen in den Kader gebracht.

Streitthemen gab es, ob man Raul nicht für zwei Jahre mehr hätte halten sollen (mMn nicht) und im Nachhinein hätte man gerne Papa für 22 Millionen nach Russland verkauft. Das war damals aber KEIN Streitthema, alle Schalker wollten Papa behalten und haben seine Vertragsverlängerung gefeiert, im Nachhinein sehe ich das auch zu diesem Zeitpunkt als Fehler an. Auf der IV war und ist Schalke über-aufgestellt und mit dem Geld hätte man einiges bewegen können.

Jens Keller zu installieren war mutig, eventuell auch der Situation geschuldet, dass man niemand anderen finden konnte. Der Zeitpunkt sicher etwas verfrüht (bis zur Winterpause hätte es auch Stevens noch machen können) und vor allem musste er gleich das DFB-Pokal-Ausscheiden hinnehmen. Zuvor hatte Schalke den absolut besten Schalker Fußball der letzten Jahre gezeigt, Siegte souverän in London 2:0, gewann das Derby und war auf dem Weg 2. zu werden bevor dann der für außenstehenden freie Fall nach dem Leverkusen-Spiel losging. Hätte Heldt hier das Ohr "auf der Schiene" haben müssen? Von außen nicht beurteilbar finde ich.

13/14
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Zugänge:

Kevin-Prince Boateng (10,0)
Adam Szalai (8,0)
Leon Goretzka (3,2)
Christian Clemens (2,8)
Felipe Santana (1,0)
Jan Kirchhoff (Leihe, 0,5)
Dennis Aogo (Leihe, 0,5)

Abgänge:

Magath-Altlasten
Christoph Moritz (0,0)
Michel Bastos (Leih-Ende)
Raffael (Leih-Ende)
Afellay (Leih-Ende)

Trainer:

Jens Keller

Bewertung:

Zunächst die Abgänge, drei Jahre nun zogen sich die Magath-Altlasten nun schon hin. Mit dieser Spielzeit sind endgültig auch die letzten Spieler von unserer Gehaltliste runter. Bei den Leihen wurde keine verlängert, Bastos ging unter etwas seltsamen Umständen, was eine Lücke auf LA riss. Man entschloss sich außerdem dagegen Raffael zu verpflichten um lieber einem gewissen Max Meyer Einsatzzeiten geben zu können, bzw. weil man schon Prince in der Hinterhand hatte. Mit Christoph Moritz verließ uns der zweite Spieler den man vielleicht doch hätte halten wollen. Aufgrund seiner Krankenakte traute man ihm wohl nicht mehr den Sprung ganz nach vorne zu.

Nach erfolgter CL-Quali schlug man dann aber zu. Prince und Aogo waren die beiden erhofften Verstärkungen und kamen zum 4. Spieltag. Zuvor hatte man nur 1 Punkt aus drei Partien geholt, danach ging es stetig bergauf. Die Verletzungsseuch nahm allerdings ebenfalls historische Ausmaße an. Szalai musste im Dauereinsatz ran, weil quasi die komplette Hinrunde ausfiel. Der viel geforderte "Hunter-Ersatz" erwies sich allerdings als doppeltes Mißverständnis. Aus Sicht der Schalker war er nicht gut genug, aus Eigensicht war er zu gut als Bankdrücker hinter dem Hunter. Goretzka war ebenfalls lange angeschlagen brauchte dann aber nur eine RR um Nationalspieler zu werden. Hier hatte sich Heldt vor allem gegen viele andere Manager durchgesetzt, die ihn ebenfalls verpflichten wollten. Aogo zeigte sich ebenfalls direkt als Verstärkung, bis zu seinem Kreuzbandriss. Diese Form sucht er leider immer noch. Clemens dagegen schaffte es nie sein Potenzial aus Kölner Zeiten abzurufen. Hier hat man wohl nicht genau genug auf die Fähigkeiten des Spielers geschaut, sonst hätte man dies eventuell vorraussehen können.

Heldt hielt auch nach schwieriger Hinrunde an Jens Keller fest. Sieht man die Rückrunde durchaus zurecht.

14/15
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Zugänge:

Sidney Sam (2,5)
Nastasic (9,5)
EMCM (0,0)
Fabian Giefer (0,0)
Christian Wetklo (0,0)

Abgänge:

Adam Szalai (6,0)
Kyriakos Papadopoulos (Leihe, 1,0)
Philipp Hofmann (1,0)
Christian Clemens (Leihe, 0,4)
Lars Unnerstall (0,2)
Tim Hoogland (0,0)

Trainer:

Jens Keller bis Mitte Hinrunde, dann Roberto di Matteo.

Bewertung:

Dieses mal wurde was Ablösen angeht wieder gespart, dafür spekulativerweise umso mehr für Handgelder ausgegeben. Schon früh hatte Heldt alle wichtigen Transfers fix gemacht. Sam und Choupo-Mouting konnten zu Schalke gelotst werden und Giefer wurde noch verpflichtet bevor Ralf Fährmann seinen Triumphzug zurück in unser Tor antrat. Sam war im Nachhinein ein Fehlschlag, den einige Leverkusener auch vorrausgesehen hatten. Nochmal ein verletzungsanfälliger Spieler. Letztendlich also ein hohes Risiko für einen Spieler, der verletzungsfrei N11 Qualitäten besitzt. Sollte er ihn diese Sommerpause los bekommen, wäre es ein kleiner Fehler, liegt er uns noch Jahre auf der Tasche ein großer. Die ablösefreien Deals waren dagegen erstklassig. Choupo (ablösefrei!) überzeugte in der Hinrunde komplett und wurde dann nach dem Afrikacup von RdM verheizt (meine Sichtweise). Giefer ist ein Torwart mit Erstliganiveau der den Ausfall von Fährmann super hätte kompensieren können, wenn unsere Verletzungsseuche nicht doppelt zugeschlagen hätte (was uns, wieder meine Sichtweise, 6-7 Punkte gekostet hat). In der Winterpause erfüllte Heldt dann den Trainerwunsch nach einem linksfüßigen Innenverteidiger. Aus meiner Sicht höchstproblematisch ausgerechnet in der Innenverteidigerposition nochmal mit gleich 10 Millionen aufzurüsten. Nastasic zeigte befriedigende bis gute Leistungen, allerdings auf einer Position auf der zuvor bereits Kirchhoff, Neustädter, Matip, Höwedes und Ayhan gute Leistungen zeigten und Santana nächste Saison als Kaderspieler #4-5 zurückkehrt.

Die Abgänge waren allesamt nichts weltbewegendes und gut nachvollziehbar. Für Szalai nach überteuerten 8 Millionen im Einkauf nochmal überteuerte 6 Millionen im Verkauf rauszuholen war gut, für Papa eine CL-Mannschaft zu finden ebenfalls.

In der Trainerfrage hat sich Heldt aus meiner Sicht zu arg treiben lassen. Zunächst sagte ich bereits vor der Saison einen enorm schwierigen Start vorraus, da der Spielplan einfach enorm asymmetrisch für uns war. So kam es dann auch. Dazu kam, dass Keller die Sommerpause wieder nicht nutzen konnte um die Mannschaft voran zu bringen. RdM erschien als gute Lösung, zeigte auch taktische Umstellungen (3er/5er-Kette) schaffte es aber absolut nicht der Mannschaft halt zu geben. Statt dessen wurde mal offensiv, mal defensiv, dann wieder mit 4er-Kette gespielt. Dennoch richtig die Saison zu Ende zu spielen und dann weiter zu sehen. Alle die damals nach Tuchel geschrien/geschrieben haben (wie auch ich), können jetzt natürlich "hab' ich gleich gesagt" sagen.

Komplettbewertung, große Tendenzen
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Transferdurchführung (Note 2): Hier stelle ich Heldt eine gute Note aus. Die Transfers die von Heldt abgewickelt wurden, insbesondere die Abgänge wurden von außen betrachtet sehr professionell und mit einigem Verhandlungsgeschick durchgeführt. Goretzka zu angeln war sicher schwierig; ablösefreie Profis wie Barnetta, Neustädter und Choupo-Mouting wachsen ebenfalls nicht auf Bäumen; mit Boateng lange zu verhandeln ohne, dass irgendwas bekannt wird zeugt von Integrität. Bei den Abgängen schaffte er die Magathaltlasten zuverlässig weg und handelte bei Neuer und Szalai Ablösesummen heraus die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Transferauswahl (Note 3+): Diese erfolgte (hoffentlich) in Abstimmung mit dem Trainer, aber ich denke hier ist der Manager auch sehr gefragt. Heldt ging wenig Risiko und suchte vor allem bundesligaerfahrene Spieler. Teilweise klappte dies hervorragend (Neustädter, Höger, Choupo), teilweise weniger (Barnetta, Clemens). Zu Beginn musste er außerdem sehr kreativ sein, was zu vielen Leihverträgen führte, die allerdings in der Auswahl sogar noch besser waren (Raffael und Afellay, mit Abstrichen Bastos). Wieso so viele Spieler zunehmend schlechter wurden, lag teilweise an Verletzungen (vor allem Aogo), teilweise an der Spielweise (Fuchs), teilweise ist es mir unerklärlich (Boateng, Neustädter). Zumindest aber zeigten diese Spieler ihr Potenzial! Es ist Aufgabe des Trainers, nicht des Managers, das Potenzial der Spieler auszuschöpfen.

Vertragsverlängerungen durchführen / Spieler halten (Note 2):
Schalke hat (bis auf Holtby) keinen einzigen Leistungsträger gegen seinen Willen abgeben müssen. Die Spieler sind zwar mit hochdotierten (oder nach Sichtweise überdotierten) Verträgen ausgestattet (deshalb keine 1), aber das Team musste so auch nicht durch hohe Ablösezahlungen kompensiert werden. Nach erfolgreichen Saisons blieb das Team weitestgehend intakt. Holtby werfe ich ihm dabei explizit nicht vor, das hat Magath durch seine Leihen nach Bochum und Mainz verbockt.

Transferauswahl verkaufen oder halten (Note 5):
Das einzige mir gegen den Strich ging ist die komplette Verweigerungshaltung darüber nachzudenken ob es sich nicht doch lohnt einen Spieler für viel Geld zu verkaufen. Das waren Papadopoulos und Draxler. Die Situationen war dabei etwas unterschiedlich. Für Draxler hätte man nach ganz schwacher Hinrunde 30 Millionen (oder mehr) einstreichen können, auf einer Position auf der zwar Bedarf herrschte, aber auf der man auch ohne ihn nicht blank gewesen wäre. Hier hätte man das Geld nehmen sollen. Bei Papa war es viel eindeutiger. Dort hatte man bereits Höwedes und Matip und hätte enorme 22 Millionen einnehmen können für einen Spieler der noch nicht mal viel Geld bei Schalke verdiente. Statt dessen erhöhte man das Gehalt dieses Spielers enorm an einer Stelle wo der Kader keine Lücken hatte. Richtig dagegen die Entscheidung contra Raul und Raffael, so konnte man z.B. einem Max Meyer einen Perspektive aufzeigen und eine hohe AK in den Vertrag schreiben. Letztendlich hat sich Heldt darauf versteift alle starken Spieler unbedingt halten zu wollen und somit jegliche Chance verbaut die wirklichen Schwachstellen des Kaders zu bearbeiten oder der Preisspirale bei den Kaderkosten entgegenzuwirken.

Trainerentscheidungen:
- Rangnick verpflichten: 1
- Stevens kurzzeitig holen: 1
- Stevens weiter behalten: Traue ich mir keine Bewertung zu
- Keller von Jugend hochziehen: 3+
- Nicht vollständig hinter Keller und der Entscheidung zu Keller stehen: 6
- Keller kurzfristig absägen: 5 (hätte bis Ende HR warten sollen)
- di Matteo: 4

Insgesamt sehe ich hier mehr positives als negatives. RdM hatte mich am Anfang auch mit seinem schweizerischen Dialekt geblendet. Wenn man aber weiterhin die Knappenschmiede betonen will, wäre ein Trainer der mehr Ausbilder ist (wie z.B. Lewandowski den viele nun fordern) oder ein erfolgreicher Zweitligatrainer sinnvoller gewesen. Alternative wäre einer der sogenannten "Konzepttrainer" vom Stile eines Rangnick gewesen. In dessen Folge spielten wir immerhin den besten Fußball unter Heldts Ägide.

Fazit
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Nicht nur ich bin der Meinung, dass Heldt in den letzten Jahren einen enorm starken Kader zusammengestellt hat (http://koenigsblog.net/2014/08/11/schalkes-bester-kader/). Die jetzige Kritik empfinde ich als "after-the-fact" Kritik, welche die grundsätzliche Qualität mit tatsächlich gezeigter Leistung und diffuser Kritik an Charaktermängeln vermischt. Aus meiner Sicht ist der Manager für den Kader verantwortlich, der Trainer für die Leistung auf dem Platz, daher ist die Kritik an RdM gerechtfertigt, die an Heldt eher nicht. Wie soll denn ein Manager den "Charakter" eines Spielers beurteilen? Der sieht den Profi vielleicht ein paar mal persönlich und verhandelt dann zu 99% mit dem Manager des Profis.

In Sachen VVLs und Gehälter ging Heldt konsequent den Weg Richtung Spieler halten und lieber mehr Geld bezahlen. Das drückt sich auch in Ablösen aus (wenig Ausgaben). Positiv ist dabei, dass wir solche Flops wie unsere Nachbarn mit Mickey und Immobile niemals erleben mussten. Im Vergleich dazu waren Obasi (unsinniger Transfer eines Quasi-Invaliden) und Szalai (zu teuer für zu wenig Leistung) noch die größten finanziellen Fehlschläge von Heldt auf der Zugangsseite. Die fehlende Bereitschaft Spieler bei guten Angeboten auch mal ziehen zu lassen hatte ich oben bereits angesprochen.

Die Trainerauswahl ist öffentlich der wohl größte Kritikpunkt an Heldt. Von vier verpflichteten Trainern war jedoch nur di Matteo schlecht. Rangnick und Stevens waren sogar absolut und den Umständen entsprechend die bestmögliche Lösung. Die Zeitpunkte der Entlassungen dagegen nicht optimal und der Bruch zwischen Stevens und der Mannschaft für mich immer noch nicht richtig nachvollziehbar, weil für Außenstehende urplötzlich. Jens Keller dagegen lieferte zwar gute Ergebnisse, wurde jedoch permanent von den Medien angegangen, hier versäumte Heldt es eine rote Linie zu ziehen, eine Wutrede wie nach Matips Roter Karte in der EL gegen Enschede mal gegen die Journalisten gefeuert hätte seine Wertschätzung für Keller besser gezeigt.

Ein weiterer dicker Pluspunkt der noch nicht angesprochen wurde ist die Wertschätzung die Horst Heldt von den handelnden Personen der Knappenschmiede erfährt. Sowohl Ruhnert als auch Elgert und Schober äußerten sich äußerst positiv über die Unterstützung durch Horst Heldt für die Knappenschmiede, ohne explizit darauf angesprochen worden zu sein.

Weitere Diskussion
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Jeder der genannten Punkte ist natürlich meine persönliche Einschätzung und ich diskutiere gerne weiter, insbesondere wenn ich Fehler gemacht haben sollte. Seht aber bitte davon ab einzelne Spieler nach den letzten vier Partien oder der RR zu bewerten und vor allem die Hauptschuld für deren Formkrise bei Heldt zu suchen.

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